Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die protestantischen Hohenzollern in der Mark Brandenburg bis zum Großen Kurfürsten

 

   

1535 - 1571

Kurfürst Joachim II. „Hektor“ ∞ Magdalena von Sachsen
2. ∞ Hedwig von Polen

 

Der Sohn von Kurfürst Joachim I. regierte nur die Kurmark, die Neumark gehörte Hans von Küstrin, sein Bruder. Joachim I. war der Erbauer des Jagdschlosses Grunewald und anderer wichtiger Bauten. Er stellte auch prominente Teile des Berliner Schlosse fertig. Joachim gilt als passionierter Jäger und Lebemann, sowie als Verschwender.

Joachim war bekanntlich der „Reformator“ Brandenburgs. Seine Motivation bei dieser Pseudoreformation war ausschließlich machtpolitisch und pekuniär, er gestaltete den Reformationsprozeß in einer Weise, daß am kirchlichen und kultischen Leben überhaupt nichts geändert wurde. Die bereits in den beiden Generationen vor ihm erfolgte Entmachtung der Bischöfe von Brandenburg, Havelberg und Lebus-Fürstenwalde vollendete er, indem er diese Bischöfe vollständig entrechtete. Die Bischöfe waren bis zu ihrem Tode nur noch Pfarrherren ihrer jeweiligen Kathedralkirche. Anschließend wurden ihre Ämter nicht mehr besetzt, die Bistümer waren für immer erloschen. Die Klöster, deren Grundbesitz etwa 30% der Fläche Brandenburgs betrug, wurden völlig enteignet, das klösterliche Leben de facto verboten.

1536

Die ehemalige Klosterkirche der Dominikaner in Cölln wurde zur Domkirche „Zum Hl. Kreuz“ erhoben. Hier wurde nun die Grablege der Hohenzollern eingerichtet, die sich zuvor im nun aufgehobenen Kloster Lehnin befunden hatte..

1537

Die Erbverbrüderung mit Liegnitz (Legnica), Brieg (Brzeg) und Wohlau (Wolow) wurde durch den Lehnsherrn, den böhmischen König, nicht bestätigt, sondern aufgehoben. Sie erlangte somit keine Rechtskraft.

1550

Der Kurfürst führte ein „Neues Biergeld“ von 8 Groschen/Tonne ein. Eine kurfürstliche Polizeiordnung regelte Luxus, Kleidung, Gesinde, Löhne, Gerichtsstand, Maße und Gewichte.

1571 - 1598

Kurfürst Johann Georg ∞ Sophie von Liegnitz
2. ∞ Sabina von Ansbach
3. ∞ Elisabeth von Anhalt-Zerbst

 

Der Sohn Joachims II. war kaisertreu und auf die Wohlfahrt Brandenburgs und des Reiches bedacht: „Man sollte das alte bruchfällige Reichsgebeu lieber stützen als vollens brechen.“ Er gilt als lutherischer friedfertiger Fürst. Auf Befehl des Vaters focht er in Mühlberg auf kaiserlicher Seite gegen den Schmalkaldischen Bund. Der Adel in Brandenburg wurde durch eine „Junkersteuer“ belastet.

1598 - 1608

Kurfürst Joachim Friedrich ∞ Katharina von Brandenburg-Küstrin
2. ∞ Eleonore von Preußen

 

Der Sohn von Kurfürst Johann Georg und Sophie von Liegnitz entzog den Reformierten (Calvinisten) die Toleranz, da diese verstärkt gegen die Lutheraner polemisierten. Seinem Sohn ließ er geloben, am lutherischen Bekenntnis festzuhalten.

Im Alter von 57 Jahren heiratete Joachim Friedrich als zweite Frau die damals 19 Jahre alte jüngere Schwester seiner Schwiegertochter. Mit seiner ersten Frau erzeugte er elf Kinder, mit der zweiten weitere fünf Kinder.

1598

Der Gera’sche Hausvertrag legte die Unteilbarkeit der Mark fest.

1607

Gründung des Joachimsthalschen Gymnasiums in der Schorfheide.

1608 - 1620

Kurfürst Johann SigismundAnna von Preußen

 

Der Sohn von Joachim Friedrich und Katharina von Brandenburg-Küstrin.

  1609

Anna erbte Jülich, Cleve, Berg, Mark und Ravensberg. Das Erbe wurde zunächst gemeinsam mit dem Pfalzgrafen von Neuburg angetreten.

  1614

Im Frieden von Xanten wurde das Erbe vorläufig geteilt. Zu einer abschließenden Regelung gelangt der Fall erst im Jahre 1666.

  1618

Johann Sigismund erbte durch seine Frau das Herzogtum Preußen. Dieser Rechtsakt sollte welthistorische Bedeutung erlangen, da er mitursächlich für die antipolnische Wendung in der Politik der Hohenzollern wurde. Wegen der engen Beziehungen zwischen den Hohenzollern und den polnischen Königen setzten diese dem Vollzug des Erbes keinen Widerstand entgegen.

1619 - 1640

Kurfürst Georg Wilhelm ∞ Elisabeth Charlotte von der Pfalz

 

Georg Wilhelm verfügte weder über Geld, noch über Truppen, noch über Autorität. Unter ihm regierte Schwarzenberg als Militärdiktator, ähnlich wie im Ersten Weltkrieg Ludendorf unter Wilhelm II.

  1631-1635

Der schwedische König zwang Brandenburg zum Kriegseintritt auf seiner Seite.

  1637

Nach dem pommerschen Erbanfall wird Georg Wilhelm durch den Kaiser mit Pommern belehnt.

1640 - 1688

Kurfürst Friedrich Wilhelm „Der Große Kurfürst“
∞ Luise Henriette von Nassau-Oranien
2. ∞ Sophie-Dorothea von Holstin-Sonderburg-Glücksburg

 

Der Große Kurfürst herrschte länger als jeder andere jemals in Brandenburg, nämlich volle 48 Jahre. Friedrich Wilhelm strebte zunehmend nach einer gewissen Vereinheitlichung seiner Länder. Daraus entstand der preußische Absolutismus, da dieses Ziel nur gegen die Stände durchzusetzen war. Diese begannen zu bloßen Provinzialregierungen herabzusinken. Das Haupmachtinstrument Friedrich Wilhelms wurde der miles perpetuus, d.h. ein stehendes Heer.

1641

 

Auf Druck des Kaisers erscheint Friedrich Wilhelm in Warschau um den Lehnseid für das „herzogliche“ Preußen abzuleisten.

Der Sieger von Fehrbellin war mit Luise Henriette von Nassau-Oranien verheiratet, uns bekannt vom Henriettenplatz am oberen Ku’damm, sowie von Oranienburg und Oranienbaum.

     

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