Die protestantischen
Hohenzollern in der Mark Brandenburg bis zum Großen Kurfürsten |
| |
 |
|
|
 |
|
| 1535 - 1571 |
Kurfürst Joachim
II. Hektor ∞ Magdalena
von Sachsen
2. ∞ Hedwig von Polen |
| |
Der Sohn von Kurfürst
Joachim I. regierte nur die Kurmark, die Neumark gehörte Hans
von Küstrin, sein Bruder. Joachim I. war der Erbauer des Jagdschlosses
Grunewald und anderer wichtiger Bauten. Er stellte auch prominente
Teile des Berliner Schlosse fertig. Joachim gilt als passionierter
Jäger und Lebemann, sowie als Verschwender.
Joachim war bekanntlich der Reformator Brandenburgs.
Seine Motivation bei dieser Pseudoreformation war ausschließlich
machtpolitisch und pekuniär, er gestaltete den Reformationsprozeß
in einer Weise, daß am kirchlichen und kultischen Leben überhaupt
nichts geändert wurde. Die bereits in den beiden Generationen
vor ihm erfolgte Entmachtung der Bischöfe von Brandenburg,
Havelberg und Lebus-Fürstenwalde vollendete er, indem er diese
Bischöfe vollständig entrechtete. Die Bischöfe waren
bis zu ihrem Tode nur noch Pfarrherren ihrer jeweiligen Kathedralkirche.
Anschließend wurden ihre Ämter nicht mehr besetzt, die
Bistümer waren für immer erloschen. Die Klöster,
deren Grundbesitz etwa 30% der Fläche Brandenburgs betrug,
wurden völlig enteignet, das klösterliche Leben de facto
verboten. |
| 1536 |
Die ehemalige Klosterkirche
der Dominikaner in Cölln wurde zur Domkirche Zum Hl. Kreuz
erhoben. Hier wurde nun die Grablege der Hohenzollern eingerichtet,
die sich zuvor im nun aufgehobenen Kloster Lehnin befunden hatte.. |
| 1537 |
Die Erbverbrüderung mit
Liegnitz (Legnica), Brieg (Brzeg) und Wohlau (Wolow) wurde durch
den Lehnsherrn, den böhmischen König, nicht bestätigt,
sondern aufgehoben. Sie erlangte somit keine Rechtskraft. |
| 1550 |
Der Kurfürst führte
ein Neues Biergeld von 8 Groschen/Tonne ein. Eine kurfürstliche
Polizeiordnung regelte Luxus, Kleidung, Gesinde, Löhne, Gerichtsstand,
Maße und Gewichte. |
| 1571
- 1598 |
Kurfürst Johann
Georg ∞ Sophie von Liegnitz
2. ∞ Sabina von Ansbach
3. ∞ Elisabeth von Anhalt-Zerbst |
| |
Der Sohn Joachims II.
war kaisertreu und auf die Wohlfahrt Brandenburgs und des Reiches
bedacht: Man sollte das alte bruchfällige Reichsgebeu lieber
stützen als vollens brechen. Er gilt als lutherischer friedfertiger
Fürst. Auf Befehl des Vaters focht er in Mühlberg auf kaiserlicher
Seite gegen den Schmalkaldischen Bund. Der Adel in Brandenburg wurde
durch eine Junkersteuer belastet. |
| 1598
- 1608 |
Kurfürst Joachim
Friedrich ∞ Katharina von Brandenburg-Küstrin
2. ∞ Eleonore von Preußen |
|
Der Sohn von Kurfürst
Johann Georg und Sophie von Liegnitz entzog den Reformierten (Calvinisten)
die Toleranz, da diese verstärkt gegen die Lutheraner polemisierten.
Seinem Sohn ließ er geloben, am lutherischen Bekenntnis festzuhalten.
Im Alter von 57 Jahren heiratete Joachim Friedrich als zweite Frau
die damals 19 Jahre alte jüngere Schwester seiner Schwiegertochter.
Mit seiner ersten Frau erzeugte er elf Kinder, mit der zweiten weitere
fünf Kinder. |
| 1598 |
Der Gera’sche Hausvertrag legte
die Unteilbarkeit der Mark fest. |
| 1607 |
Gründung des Joachimsthalschen Gymnasiums
in der Schorfheide. |
| 1608
- 1620 |
|
| |
Der Sohn von
Joachim Friedrich und Katharina von Brandenburg-Küstrin. |
| |
1609 |
Anna erbte Jülich, Cleve,
Berg, Mark und Ravensberg. Das Erbe wurde zunächst gemeinsam mit
dem Pfalzgrafen von Neuburg angetreten. |
| |
1614 |
Im Frieden von Xanten
wurde das Erbe vorläufig geteilt. Zu einer abschließenden
Regelung gelangt der Fall erst im Jahre 1666. |
| |
1618 |
Johann Sigismund
erbte durch seine Frau das Herzogtum Preußen.
Dieser Rechtsakt sollte welthistorische Bedeutung erlangen, da er
mitursächlich für die antipolnische Wendung in der Politik
der Hohenzollern wurde. Wegen der engen Beziehungen zwischen den
Hohenzollern und den polnischen Königen setzten diese dem Vollzug
des Erbes keinen Widerstand entgegen. |
| 1619 - 1640 |
Kurfürst Georg Wilhelm
∞ Elisabeth Charlotte von der Pfalz |
| |
Georg Wilhelm verfügte
weder über Geld, noch über Truppen, noch über Autorität.
Unter ihm regierte Schwarzenberg als Militärdiktator, ähnlich
wie im Ersten Weltkrieg Ludendorf unter Wilhelm II. |
| |
1631-1635 |
Der schwedische König
zwang Brandenburg zum Kriegseintritt auf seiner Seite. |
| |
1637 |
Nach dem pommerschen Erbanfall
wird Georg Wilhelm durch den Kaiser mit Pommern belehnt. |
| 1640 - 1688 |
Kurfürst Friedrich
Wilhelm Der Große Kurfürst
∞ Luise Henriette von Nassau-Oranien
2. ∞ Sophie-Dorothea von Holstin-Sonderburg-Glücksburg |
| |
Der Große Kurfürst
herrschte länger als jeder andere jemals in Brandenburg, nämlich
volle 48 Jahre. Friedrich Wilhelm strebte zunehmend nach einer gewissen
Vereinheitlichung seiner Länder. Daraus entstand der preußische
Absolutismus, da dieses Ziel nur gegen die Stände durchzusetzen
war. Diese begannen zu bloßen Provinzialregierungen herabzusinken.
Das Haupmachtinstrument Friedrich Wilhelms wurde der miles perpetuus,
d.h. ein stehendes Heer. |
 |
| 1641
|
Auf Druck des Kaisers erscheint
Friedrich Wilhelm in Warschau um den Lehnseid für das „herzogliche“
Preußen abzuleisten. |
| Der
Sieger von Fehrbellin war mit Luise Henriette von Nassau-Oranien
verheiratet, uns bekannt vom Henriettenplatz am oberen Ku’damm,
sowie von Oranienburg und Oranienbaum. |
|
|
|
|
 |
|