Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die Krone des Heiligen Wenzel im Hause der Przemysliden

   
 

1198 - 1230

König Otokar I. ∞ Adele von Meißen,
∞ Konstanze von Ungarn

 

Otokar zunächst Parteigänger der Welfen, wechselte jedoch viele Male die Fronten im staufisch-welfischen Streit. Dadurch gelingt ihm die Rangerhöhung: Im Jahre 1198 erhebt ihn König Philipp (II.) zum König von Böhmen. Im Jahre 1203 wird Otokar in Merseburg gekrönt. In der „Goldenen Sizilianischen Bulle“ wurde die selbständige Stellung Böhmens im Reich, die Einheit von Böhmen und Mähren als Länder der Wenzelskrone, sowie die freie Königswahl der böhmischen Stände definiert. Die Bistümer Prag und Olmütz seien vom böhmischen König frei zu besetzen.

1205 - 1253

Wenzel I. ∞ Kunigunde von Schwaben

 

Wenzel beteiligte sich an der Exekution der Reichsacht gegen den letzten babenbergischen Herzog Österreichs und gewinnt so die Anwartschaft auf dieses Land. Im Jahre 1254 wird es den Przemysliden zugesprochen.

1253 - 1278

König Otokar II. ∞ Margarete von Babenberg

(wohl illegal) Kunigunde von Halitsch
∞ Zavisz von Falkenstein

 

Otokar war auch Herzog von Österreich und Markgraf von Mähren. Er beteiligte sich am Kreuzzug gegen die heidnischen Pruzzen und gründete bei dieser Gelegenheit die Hauptstadt Preußens, Königsberg. Kirchenpolitisch versuchte er, das gesamte Gebiet zwischen Österreich und der Ostsee in einem Erzbistum zu vereinen. Dies mißlang, jedoch gewann er zu seinem Herrschaftsgebiet Österreich noch Kärnten, Krain und das Egerland hinzu. Auch reichspolitisch ist seine Bedeutung nicht zu überschätzen. Er war mit Abstand der mächtigste Reichsfürst. Deshalb wollte er die Königswahl von 1273 nicht anerkennen. Die Reichsacht wurde über ihn verhängt und Albrecht von Habsburg zog alle Territorien südlich von Böhmen ein. Otokar wollte diese Entscheidung nicht anerkennen und es kam im Jahre 1278 zur Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld, die Otokar nebst seinem Leben verlor.

1283 - 1305

König Wenzel II. ∞ Guta von Habsburg
2. Richsa von Polen

 

Durch den Schlachtentod seines Vaters Otokar wurde Wenzel zum Waisen. Der askanische Brandenburger Markgraf Otto „mit dem Pfeil“ verschleppte ihn im Zuge der Reichsexekution gegen Böhmen nach Brandenburg und kerkert ihn auf der Festung Spandau ein - in späteren Jahrhunderten Preußens Gefängnis und Schatzkammer.
Zurückgekehrt wendete er sein Interese den Nordgrenzen Böhmens und Mährens zu und eroberte Teile Schlesiens und Kleinpolen mit seiner Hauptstadt Krakau. In Gnesen wurde er zum König von Polen gekrönt und heiratete sicherheitshalber auch die polnische Prinzessin Elisabeth Richsa von Polen-Kalisch in zweiter Ehe. Richsa wurde später Gemahlin des böhmischen Königs Rudolf von Habsburg.
Seinem Sohn Wenzel konnte er die Stephanskrone verschaffen (Ladislaus V.). Dieser konnte sich jedoch gegen die vom (französischen) Papst favorisierten Anjou nicht durchsetzen.

Kinder: Wenzel, Elisabeth

1305

König Wenzel III. ∞ Viola von Teschen

 

Bevor sich Wenzel etablieren konnte, wurde er in Ollmütz ermordet. Damit war die Herrschaft der Przemysliden zu Ende. Die Dynastie hatte höchst erfolgreich geherrscht, einen erheblichen Aufstieg Böhmens bewirkt und den Ruhm des Imperiums gemehrt.

     

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