Böhmen unter
den Przemysliden-Herzögen |
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uns folgendes: Libussa, weise Tochter des greisen Tschech (Bohemius),
heiratete den Pflüger Przemysl und begründete so die Dynastie
der Przemysliden. Libussa und Przemysl werden als Gründer Prags,
der Haupt- und Residenzstadt Böhmens betrachte. Die Przemysliden
anerkannten um 900 Hoheit des Imperiums über Böhmen und nahmen den
christlichen Glauben an. Durch die Eingliederung ins Imperium Romanum
richteten die Przemysliden die böhmische Königswürde auf und wurden
Kurfürsten. |
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| 870 - 890 |
Herzog Boriwoi I.
∞ hl. Ludmilla |
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Borivoj ließ
sich am Hofe Zwentibolds im Großmährischen Reich taufen.
Er öffnete Böhmen westlichen Einflüssen, d.h. dem
römischen Katholizismus. Er heiratete (die hl.) Ludmilla, die
Prinzesin der Lutschanen, beide wurden vom hl. Methodius getauft.
Ihre Schwiegertochter Drahomira ließ Ludmilla erdrosseln.
Ludmilla ist in der Ludmilla-Kapelle der Prager Burg bestatte. |
| 915 - 921 |
Wratislaw I.
∞ Drahomira von Strodor |
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Der Sohn Borivojs verlegte
die Residenz von Levy Hradec nach Prag. |
| 921 - 929 |
Herzog Wenzel der Heilige |
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Der Sohn Wratislaws förderte
die Angliederung Böhmens ans Imperium und die Ausbreitung des
Christentums. Im bayrisch-sächsischen Thronstreit hielt er
zur sächsischen Seite und ließ die Domkirche auf dem
Hradschin dem sächsischen Schutzpatron St. Veit weihen.
In weiser Diplomatie ließ er die Weihe durch den Regensburger
Bischof am St. Emmeranstag vornehmen. Wenzel wurde in Jungbunzlau
ermordet. Er ist der Schutzpatron Böhmens. |
| 935
- 972 |
Boleslaw I. |
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Der Bruder
des hl. Wenzel wurde nach anfänglichen Geplänkeln zum
treuen Gefolgsmann König Ottos des Großen und kämpfte
mit diesem auf dem Lechfeld bei Augsburg gegen die Ungarn und bei
Bad Sülze
an der Recknitz gegen aufstädische Obodriten. Unter Boleslaw
festigte sich die Eingliederung Böhmens ins Imperium. |
| 972
- 999 |
Boleslaw II.
∞ Emma |
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Boleslaw gründet im
Jahre 973 das Bistums Prag, dem ganz Böhmen, jedoch nicht Mähren,
als kanonisches Territorium zugewiesen wird. Der Sachse Thietmar
wird erster Bischof von Prag, der St. Veitsdom wird zur Kathedralkirche
erhoben. Zweiter Bischof wird der hl. Adalbert, der sich jedoch
wegen mörderischer Nachstellungen meist außerhalb seiner
Diözese aufhalten muß. Im Jahre 997 wurde er von den
Pruzzen ermordet. Seine Reliquien sind im Veitsdom. |
1061 - 1092 |
Wratislaw
II. |
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Wratislaw pflegte enge
Beziehungen nach Ungarn und war auch mit einer ungarischen Prinzessin
verheiratet. Seine Residenz verlegte er von der Burg auf den Wyschhrad,
wo er da Kolegiatkapitel begründete. Den Deutschen König
Heinrich IV.
unterstützte in vielen Schlachten und Kämpfen, so in den
Schlachten von Homburg an der Unstrut, wo die Sachsen besiegt wurden
und von Flarchheim am Hainich. In dieser Schlacht, die während
eines Schneesturms geschlagen wurde, eroberte Wratislaw die Lanze
des schwäbischen Gegenkönigs Rudolf.
Auf dem Mainzer Reichstag im Jahre 1085 erhielt Wratislaw vom Kaiser
die böhmische Königswürde, die mit diesem Akt begründet
war. Ein Jahr später wurde Wratislaw vom Trierer Erzbischof
Egilbert in Prag gekrönt. Bie dieser Gelegenheit erhielt er
auch die polnische Königwürde, die jedoch kaum wirksam
wurde. |
1092 |
Konrad I. |
1092 - 1100 |
Bretislaw II. |
1100 - 1107 |
Herzog
Borivoi II. |
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Boriwoi
diente als Heerführer mit Kaiser Heinrichs IV. in Italien,
wo er erfolgreich an der Eroberung Roms teilnahm. Wie viele böhmische
Herrscher nahm er die Hilfe des Kaisers bei Erbauseinandersetzungen
in Anspruch.
Durch die Aufnahme Böhmens in das kaiserliche Lehen im Jahr
1099 wurde 1101 Boriwoi zum Herzog bestimmt. Diese Vorgehensweise
hatte Folgen im gesamten 12. Jahrhundert, in dem die Kaiser mehrfach
in die Geschicke Böhmens und die Nachfolgeregelung eingriffen.
Auch sein Konkurrent Oldrich wandte sich an den Kaiser, der dann
Brünn in sein Lehen aufnahm, die Kämpfe um den Thron jedoch
nicht unterstützen wollte. Bei Auseinandersetzungen um die
deutsche Krone unterstützte Boriwoj wiederum den Kaiser.
Boriwoi heiratete am 18. Oktober 1100 Gerberga von Babenberg, Tochter
des Markgrafen Leopold II. von Österreich und zeugte mit ihr
die Kinder Jaromír, Spytinew, Lupold, Albrecht und Richeza. |
1107 - 1109 |
Swatopluk II. |
1109 - 1117 |
Ladislaus I. |
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1120 - 1125 |
Ladislaus
I. (* um 1070; † 12. April 1125) mußte um seine Anerkennung
schwer kämpfen. Einen Teil des Adels, der unter der Führung
seines Bruders Sobeslaw stand, verjagte er nach Polen, von wo aus
die Gruppe beständig versuchte, einen Machtwechsel in Böhmen
herbeizuführen. Seine Herrschaft wurde durch die Herrschaft
seines Bruders Bor(ivoj II. unterbrochen.
1112 heiratete er die Deutsche Richsa von Berg, Tochter des Grafen
Heinrich von Berg-Schelklingen. Ladislaus war damit verschwägert
mit Herzog Boleslaw III. Schiefmund von Polen, der mit Salomea von
Berg vermählt war.
Im Jahre 1114 nahm Ladislaus bei der Hochzeit von König
Heinrich V. das Erzschenkenamt wahr.
Mit Richsa hatte er folgende Kinder:
* Ladislaus II., (1110-1774), Herzog und König von Böhmen
* Diepold I. († 1167), Herzog von Jamnitz
* Heinrich († nach 1169)
* Swatawa († nach 1146), heiratete Graf Friedrich III. von
Diessen |
1125 - 1140 |
Sobeslaw I. |
1140 - 1172 |
Ladislaus II. |
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Ladislaus pflegte sehr
enge Beziehungen zu den deutschen Königen, namentlich zu den
Stauferkönigen, die er auf vielen Heerzügen militärisch
unterstützte. Als Dank erhielt er wie sein Großvater
Wratislaw die Königskrone von der Hand des Kaisers.
Gegen seine zu starke Dominanz erhob sich jedoch die notorische
böhmische Adelsopposition, so daß Ladislaus im thüringischen
Exil starb. |
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