Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Böhmen unter den Przemysliden-Herzögen

         

Die Sage überliefert uns folgendes: Libussa, weise Tochter des greisen Tschech (Bohemius), heiratete den Pflüger Przemysl und begründete so die Dynastie der Przemysliden. Libussa und Przemysl werden als Gründer Prags, der Haupt- und Residenzstadt Böhmens betrachte. Die Przemysliden anerkannten um 900 Hoheit des Imperiums über Böhmen und nahmen den christlichen Glauben an. Durch die Eingliederung ins Imperium Romanum richteten die Przemysliden die böhmische Königswürde auf und wurden Kurfürsten.

 

870 - 890

Herzog Boriwoi I. ∞ hl. Ludmilla
 

Borivoj ließ sich am Hofe Zwentibolds im Großmährischen Reich taufen. Er öffnete Böhmen westlichen Einflüssen, d.h. dem römischen Katholizismus. Er heiratete (die hl.) Ludmilla, die Prinzesin der Lutschanen, beide wurden vom hl. Methodius getauft. Ihre Schwiegertochter Drahomira ließ Ludmilla erdrosseln. Ludmilla ist in der Ludmilla-Kapelle der Prager Burg bestatte.

915 - 921

Wratislaw I. ∞ Drahomira von Strodor
 

Der Sohn Borivojs verlegte die Residenz von Levy Hradec nach Prag.

921 - 929

Herzog Wenzel der Heilige
 

Der Sohn Wratislaws förderte die Angliederung Böhmens ans Imperium und die Ausbreitung des Christentums. Im bayrisch-sächsischen Thronstreit hielt er zur sächsischen Seite und ließ die Domkirche auf dem Hradschin dem sächsischen Schutzpatron St. Veit weihen. In weiser Diplomatie ließ er die Weihe durch den Regensburger Bischof am St. Emmeranstag vornehmen. Wenzel wurde in Jungbunzlau ermordet. Er ist der Schutzpatron Böhmens.

935 - 972

Boleslaw I.
 

Der Bruder des hl. Wenzel wurde nach anfänglichen Geplänkeln zum treuen Gefolgsmann König Ottos des Großen und kämpfte mit diesem auf dem Lechfeld bei Augsburg gegen die Ungarn und bei Bad Sülze an der Recknitz gegen aufstädische Obodriten. Unter Boleslaw festigte sich die Eingliederung Böhmens ins Imperium.

972 - 999

Boleslaw II. ∞ Emma
 

Boleslaw gründet im Jahre 973 das Bistums Prag, dem ganz Böhmen, jedoch nicht Mähren, als kanonisches Territorium zugewiesen wird. Der Sachse Thietmar wird erster Bischof von Prag, der St. Veitsdom wird zur Kathedralkirche erhoben. Zweiter Bischof wird der hl. Adalbert, der sich jedoch wegen mörderischer Nachstellungen meist außerhalb seiner Diözese aufhalten muß. Im Jahre 997 wurde er von den Pruzzen ermordet. Seine Reliquien sind im Veitsdom.

1061 - 1092

Wratislaw II.
 

Wratislaw pflegte enge Beziehungen nach Ungarn und war auch mit einer ungarischen Prinzessin verheiratet. Seine Residenz verlegte er von der Burg auf den Wyschhrad, wo er da Kolegiatkapitel begründete. Den Deutschen König Heinrich IV. unterstützte in vielen Schlachten und Kämpfen, so in den Schlachten von Homburg an der Unstrut, wo die Sachsen besiegt wurden und von Flarchheim am Hainich. In dieser Schlacht, die während eines Schneesturms geschlagen wurde, eroberte Wratislaw die Lanze des schwäbischen Gegenkönigs Rudolf.

Auf dem Mainzer Reichstag im Jahre 1085 erhielt Wratislaw vom Kaiser die böhmische Königswürde, die mit diesem Akt begründet war. Ein Jahr später wurde Wratislaw vom Trierer Erzbischof Egilbert in Prag gekrönt. Bie dieser Gelegenheit erhielt er auch die polnische Königwürde, die jedoch kaum wirksam wurde.

1092

Konrad I.

1092 - 1100

Bretislaw II.

1100 - 1107

Herzog Borivoi II.
 

Boriwoi diente als Heerführer mit Kaiser Heinrichs IV. in Italien, wo er erfolgreich an der Eroberung Roms teilnahm. Wie viele böhmische Herrscher nahm er die Hilfe des Kaisers bei Erbauseinandersetzungen in Anspruch.

Durch die Aufnahme Böhmens in das kaiserliche Lehen im Jahr 1099 wurde 1101 Boriwoi zum Herzog bestimmt. Diese Vorgehensweise hatte Folgen im gesamten 12. Jahrhundert, in dem die Kaiser mehrfach in die Geschicke Böhmens und die Nachfolgeregelung eingriffen. Auch sein Konkurrent Oldrich wandte sich an den Kaiser, der dann Brünn in sein Lehen aufnahm, die Kämpfe um den Thron jedoch nicht unterstützen wollte. Bei Auseinandersetzungen um die deutsche Krone unterstützte Boriwoj wiederum den Kaiser.

Boriwoi heiratete am 18. Oktober 1100 Gerberga von Babenberg, Tochter des Markgrafen Leopold II. von Österreich und zeugte mit ihr die Kinder Jaromír, Spytinew, Lupold, Albrecht und Richeza.

1107 - 1109

Swatopluk II.

1109 - 1117

Ladislaus I.

1120 - 1125

Ladislaus I. (* um 1070; † 12. April 1125) mußte um seine Anerkennung schwer kämpfen. Einen Teil des Adels, der unter der Führung seines Bruders Sobeslaw stand, verjagte er nach Polen, von wo aus die Gruppe beständig versuchte, einen Machtwechsel in Böhmen herbeizuführen. Seine Herrschaft wurde durch die Herrschaft seines Bruders Bor(ivoj II. unterbrochen.

1112 heiratete er die Deutsche Richsa von Berg, Tochter des Grafen Heinrich von Berg-Schelklingen. Ladislaus war damit verschwägert mit Herzog Boleslaw III. Schiefmund von Polen, der mit Salomea von Berg vermählt war.

Im Jahre 1114 nahm Ladislaus bei der Hochzeit von König Heinrich V. das Erzschenkenamt wahr.

Mit Richsa hatte er folgende Kinder:

* Ladislaus II., (1110-1774), Herzog und König von Böhmen
* Diepold I. († 1167), Herzog von Jamnitz
* Heinrich († nach 1169)
* Swatawa († nach 1146), heiratete Graf Friedrich III. von Diessen

1125 - 1140

Sobeslaw I.

1140 - 1172

Ladislaus II.
 

Ladislaus pflegte sehr enge Beziehungen zu den deutschen Königen, namentlich zu den Stauferkönigen, die er auf vielen Heerzügen militärisch unterstützte. Als Dank erhielt er wie sein Großvater Wratislaw die Königskrone von der Hand des Kaisers.

Gegen seine zu starke Dominanz erhob sich jedoch die notorische böhmische Adelsopposition, so daß Ladislaus im thüringischen Exil starb.

 

 

 

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