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zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Der selige Kaiser Karl I. von Österreich

* 17. 8.1887 Schloß Persenbeug

+ 1.4.1922 Madeira

Karl I.

∞ Zita von Bourbon-Parma * 9. 5. 1892 in Pianore Lucca, + 14. 3.1989 in Zizers, Graubünden

Stefan Zweig beschreibt die letzte Station des Kaisers in seinem Reich:

„Bei der Rückkehr nach Österreich über die Grenzstation Feldkirch stand mir ein unvergeßliches Erlebnis bevor. Schon beim Aussteigen hatte ich eine merkwürdige Unruhe bei den Grenzbeamten und Polizisten wahrgenommen. Es kam der Glockenschlag, der das Nahen eines Zuges ankündigte. Die Polizisten stellten sich auf, alle Beamten eilten aus ihren Verschlägen. Langsam, majestätisch rollte der Zug heran, ein Zug besonderer Art, ein Salonzug. Die Lokomotive hielt an. Eine fühlbare Bewegung ging durch die Reihen der Wartenden, ich wußte immer noch nicht warum.

Da erkannte ich hinter der Spiegelscheibe des Waggons hoch aufgerichtet Kaiser Karl, den letzten Kaiser von Österreich und seine schwarzgekleidete Gemahlin, Kaiserin Zita. Ich schrak zusammenen: Der letzte Kaiser von Österreich, der Erbe der habsburgischen Dynastie, die siebenhundert Jahre das Land regiert, verließ sein Reich! Weil er die formelle Abdankung verweigerte, hatte die Republik seine Abreise erzwungen. Nun stand der hohe ernste Mann am Fenster und sah zum letzten Mal die Berge, die Häuser, die Menschen seines Landes.
Es war ein historischer Augenblick, den ich erlebte - und doppelt erschütternd für einen, der in der Tradition des Kaiserreichs aufgewachsen war, der als erstes Lied in der Schule das Kaiserlied gesungen, der später in militärischem Dienst diesem Manne, der da in Zivilkleidung ernst und sinnend blickte, „Gehorsam zu Wasser, zu Land und in der Luft“ geschworen.
Ich hatte unzählige Male den alten Kaiser gesehen in der heute längst legendär gewordenen Pracht der großen Festlichkeiten, ich hatte ihn gesehen, wie er von der großen Treppe in Schönbrunn, umringt von seiner Familie und den blitzenden Uniformen der Generäle, die Huldigung der achtzigtausend Wiener Schulkinder entgegennham, die, auf dem weiten grünen Wiesenplan aufgestellt in rührendem Massenchor Haydns „Gott erhalte“ sangen. ...
„Der Kaiser“, dieses Wort war für uns der Inbegriff aller Macht, allen Reichtums gewesen, das Symbol von Österreichs Dauer, und man hatte von Kind an gelernt, diese zwei Silben mit Ehrfurcht auszusprechen. Und nun sah ich seinen Erben, den letzten Kaiser von Österreich als Vertriebenen das Land verlassen. ...
Die Lokomotive zog mit einem starken Ruck an, als müßte auch sie sich Gewalt antun, langsam entfernte sich der Zug. ...
Ich wußte, es war ein anderes Österreich, eine andere Welt, in die ich zurückkehrte.“

Eine kurze Beschreibung der Exilierung des sl. Kaisers.

 

Inschrift der Büste in der Wiener Kaisergruft:

Carolus, Austriae Imperator et Hungariae Rex apostolicus, natus in Castello Persenbeug 1887, defunctus in exilio 1922.
Non corpore quidem sed suffragiis suis patriae semper praesens.

© Martin Möller

       

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