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Das Haus Habsburg und
seine Herrscher |
| 9.6.1640
- 5.5.1705 |
Leopold
I. |
Der Tod seines kinderlosen Bruders
Ferdinand machte Leopold zum Erben im Erzhause. Leopold war wie
sein Vater er ein hochbegabter Komponist. Der Ausbau des barocken
Wiens ist ihm zu danken. Er gründete die noch heute (als Karrikatur)
bestehenden Universitäten von Olmütz, Breslau und Insbruck. |
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∞
Margarita Theresia von Spanien |
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Kinder:
Maria Antonia ∞ Maximilian II. Emanuel von Bayern,
bayerischer Herzog und Kurfürst. (Dessen Sohn XY konkurrierte
mit seinem Onkel Karl um den spanischen Thron.) |
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∞
Claudia Felicitas von Tyrol
Die Base zweiten Grades des Kaisers starb nach der Geburt der Töchter
Anna Maria Sophie und Maria Josefa Clementina, die ebenfalls früh
starben. |
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∞
Eleonore Magdalena von Pfalz Neuburg
Eleonore gebahr dem Kaiser zehn Kinder: |
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1678 - 1711
1680 - 1747
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Joseph
Maria Elisabeth
Karl |
| 26.7.1678 - 17.4.1711 |
Joseph
I. ∞ Amalia Wilhelmine von Braunschweig-Lüneburg |
| Joseph verließ leider die frommen
Spuren seiner Ahnen und gab sich amourösen Affären hin. Dies führte
zu seinem frühen Tod mit 32 Jahren. Sein Wahlspruch Amore
et timore hatte sich in beängstigender Weise an ihm erfüllt.
Der protestantische Komponist Johann David Heinichen schrieb auf
Bestellung der Tochter des Kaisers, der polnischen Königin Maria
Josefa, ein herrliches Requiem zum 15. Todestag des Kaiser,
das in der gerade geweihten Dresdner Hofkirche zelebriert wurde. |
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Maria Josefa ∞
Friedrich August II. von Sachsen und
Polen
Maria Amalia ∞ Karl Albert von Bayern |
| 1.10.1685
- 20.10.1740 |
Karl
VI. (Karl III.) |
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∞
Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel |
| Karl hatte zunächst den
spanischen Thron inne und wurde nach dem frühen Tod seines Bruders
an die Spitze von Haus und Reich berufen. An seiner Wahl nahmen
die geächteten Wittelsbacher nicht teil. Im Frieden von Rastatt
mußte er 1714 zum größten Leidwesen der ihm treu ergebenen Untertanen
auf seinen katalanischen Besitz verzichten. Dies brachte großes
Leid über Spanien. Im Jahre 1717 siegte Prinz Eugen vor Belgrad.
Nicht nur Ungarn, auch Siebenbürgen, Slawonien und Kroatien waren
nun unter dem Schirm des Erzhauses vereint.
Dessen personale Decke war allerdings, im Unterschied zu den meisten
Perioden der Geschichte, aufgebraucht und so schuf Karl ein neues
Hausgesetz, die s.g. Pragmatische Sanktion. Hier wurde
festgelegt, daß die Töchter Karls den Vorrang in der Erbfolge vor
den Töchtern seines Bruders Joseph einnehmen. Karl bemühte sich
- vielleicht all zu fürsorglich - um völkerrechtliche Zustimmung
zu dem Gesetz. Außer - verständlicher Weise - beim Schwiegersohn
seines Bruders fand er weitgehend Zustimmung.
Die Gelegenheit seines Todes nutzte Friedrich II. von Preußen zur
Entfesselung des 1. Schlesischen Krieges, welcher wiederum den Österreichischen
Erbfolgekrieg auslöste. Friedrich August II. von Sachsen, der mit
der seiner Ansicht nach wahren österreichischen Erbin Maria Josefa,
der Tochter Kaiser Josefs I., verheiratet war, ließ sich vom Papst
von seinem Eide auf die pragmatische Sanktion entbinden. |
| 1742 - 1745 |
Karl
VII. Albrecht (Karl IV.) |
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Das Haus Wittelsbach versuchte
mit der Regentschaft Karls seine reichsfeindliche Karriere zu krönen.
Diese von Preußen und Frankreich abhängige Projekt muß als größenwahnsinnig
bezeichnet werden und scheiterte folgerichtig. Zuvor ließ sich Karl
kurioser Weise zum böhmischen König krönen. Im Ergebnis arbeitete
Karl dem Preußenkönig Friedrich II. zu und verhalf ihm zum widerrechtlichen
Erwerb Schlesiens. Ebenfalls schwächte er den Westen des Reiches,
indem er die Verteidigungsleistung, die ALLEIN auf den Schultern
des Erzhauses ruhte, in infamer Weise sabotierte. Angesichts der
Tatsache, daß Österreich mehrfach gezwungen war, Bayern zu besetzen,
ist es mehr als bedeuerlich, daß Bayern nicht schon frühzeitig an
Österreich angeschlossen wurde. Hier, wie auch in der mehrfachen
Schonung Preußens im Siebenjährigen Krieg zeigte sich eine unverständliche
Milde, die aus heutiger Sicht fast unsinnig erscheint. |
| 1745
- 1765 |
Franz
I. Stephan |
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∞
Maria Theresia |
| Sein Wahlspruch Pro
Deo et imperio steht auch über unserer täglichen Arbeit. Der
Herzog von Lothringen und Sohn einer Erzherzogin heiratete seine
Spielgefährtin Maria Theresia, die Tochter Karls VI. Diese war,
im Gegensatz zum unaustilgbaren Volksmund niemals so etwas wie Kaiserin.
An den Regierungsgeschäften beteiligte sie sich allerdings Zeit
ihres Lebens tatkräftig und sachkundig.
Franz war nicht nur ein tüchtiger Regent, sondern auch ein hervorragender
Wirtschafter, der mehr als einmal die öffentlichen Kassen aus seinem
Privatvermögen sanierte.
In die Regierungszeit von Kaiser Franz fällt der endgültige Verlust
Schlesiens, trotz überragender militärischer Erfolge im Siebenjährigen
Krieg. Nach der Schlacht von Kunersdorf am 12.08.1759 war der reichsfeindliche
Preußenstaat fällig, warum es nicht zu seiner Bestrafung
kam, ist ein ungelöstes Rätsel der Weltgeschichte. |
| 1764 - 1790 |
Joseph
II. |
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∞
Isabella von Bourbon-Parma
∞ Maria Josefa von Bayern |
| Joseph sanierte bei Dienstantritt
das Budget der Monarchie aus dem Erbe seines Vater Franz Stefan.
Er wurde zunächst von seiner tatkräftigen Mutter dominiert, nach
deren Tod legte er sich keine Zügel mehr an: Er führte so ziemlich
alle aufklärerischen und rationalistischen Neuerungen ein, die denkbar
waren. Vor allem die Aufhebung der kontemplativen Orden und die
schändliche Einführung von staatlichen Priesterseminaren waren gänzlich
verfehlte Maßnahmen. |
| 1790 - 1792 |
Leopold
II. |
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∞
Maria Ludovica von Bourbon-Spanien |
| Der Bruder Josephs war
zuvor Regent in der Toskana. Er machte viele der Reformen Josefs
rückgängig und restituierte die ungarische Verfassung. Die ungeheure
Gefahr durch die verbecherischen französischen Revolutionäre verkannte
er allerdings und versäumte den entschlossenen gegenrevolutionären
Krieg. |
| 1792 - 1806 |
Franz
II. |
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∞
Elisabeth von Würtemberg
∞ Maria Theresia von Bourbon-Neapel
∞ Maria Ludovica von Modena
∞ Karoline Auguste von Bayern |
| Franz war der Römische
Kaiser Franz II. bis 1806 und seit 1804 als Franz I. Kaiser von
Österreich. Zur Niederlegung der Römischen Kaiserwürde war er nicht
befugt. Die Tatsache, daß nach 1806 und bis zum heutigen Tage kein
Deutscher König bzw. Kaiser mehr gewählt wurde, bleibt rätselhaft
und unerklärbar. Das Imperium Romanum konnte weder durch die unwirksame
Niederlegung der Kaiserkrone noch durch einseitigen Akte seiner
Hintersassen beeinträchtigt werden. Im Undank und der gierigen Fixierung
auf lächerliche Pseudo-Kronen wie die bayrische oder sächsische
Königskrone darf eine der Hauptursachen des sonst völlig
unerklärlichen geistigen und politischen Niedergangs Deutschlands
vom Ende des Imperiums zur heutigen Infantilität und Debilität hin
vermutet werden. |
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