Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Schicksalsjahr 1932

Diese Übersicht habe ich im Jahre 2007 begonnen, um der Gehirnwäsche bezüglich der Machtergreifung der Nationalsozialisten entgegenzuwirken. In unglaublich frecher Weise wird seit 1933 ununterbrochen gelogen, und das obwohl so gut wie alle Fakten bekannt sind und ein großer Teil der damaligen Protagonisten über die Vorgänge Zeugnis abgelegt hat. 2007 schrieb ich:

Ein Lehrstück, wie Demokraten Volk und Staat ruinieren und in den Abgrund stürzen. Schuld sind natürlich immer DIE ANDEREN ... !!! Leider ließ man nach 1945 „die Versager von Weimar“ (Schacht), wieder ran, obwohl sie Abermillionen Menschen in namenloses Unglück gestürzt und Europa wahrscheinlich für immer ruiniert haben.

An dieser Analyse hat sich nichts geändert, notwendig scheint es mir allerdings, noch einige Fakten nachzuliefern. Deshalb werde ich versuchen mit Gottes Hilfe diese Übersicht noch zu erweitern um zweierlei klarzumachen:

1. Die Demokraten sind schuld an der Machtergreifung und den Vorgängen, die zu dem schlimmsten Ereignis der Geschichte, dem zweiten Weltkrieg führten.

2. Die Nationalsozialisten sind selbst Demokraten und die Demokraten sind das, was sie hysterisch zu bekämpfen vorgeben.


Frühjahr

Brüning strebt die Aufrichtung einer konstitutionellen Monarchie in Deutschland an. Hindenburg sträubt sich (!) mit den Scheinargumenten 1.) nur der Kaiser Wilhelm hätte ein Anrecht auf den Thron, 2.) nur die alte Verfassungsordnung (aus seiner Jugendzeit …) dürfe wieder errichtet werden. Im Hintergrund dürfte auch die Tatsache stehen, daß er nur ungern auf sein Amt als Reichspräsident verzichtet hätte.

1. April

Wohl eines der scheußlichsten Phänomene der Demokratie ist das absurde Schauspiel, das geschundene Volk aus widerwärtigen Parteikreaturen sein „Oberhaupt“ auswählen zu lassen. 1932 wurde in zwei „Wahlgängen“ wiederum der inzwischen senile WK 1-Versager Hindenburg „gewählt“ - mit katastrophalen Folgen, wie sich allzu schnell erweisen sollte.

24. April

Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus: NSDAP von 9 auf 162 Sitze. [Beim preußischen Dreiklassenwahlrecht hätte es das definitiv nicht gegeben!!!].

Der Landtag hatte vor dem Ende der letzten Legislaturperiode auf Antrag des Abgeordneten Nuschke beschlossen, daß ein Ministerpräsident mit absoluter Mehrheit zu wählen sei. So blieb Braun im Amt, obwohl er nach „demokratischen“ Regeln hätte weg müssen. Geholfen hat's eh nix … Vielen Dank, unfähige Demokraten!

Der SPD-Ministerpräsident Braun damals: „Ich habe keine Lust, mich in dieser Kaschemme (d. i. der Preußische Landtag) von einem unfähigen Parlament beschimpfen zu lassen.“

30. Mai

Rücktritt Brünings und Ernennung von Papens zum Reichskanzler. Dieser tritt aus dem Zentrum aus, was zu begrüßen ist. Doch hat er nichts besseres zu tun, als das SA-Verbot aufzuheben und scheußliche Wahlen „auszuschreiben“.

3. Juni

Seine Regierungserklärung:

„In einer der schwersten Stunden der vaterländischen Geschichte übernimmt die neue Regierung ihr Amt. Das deutsche Volk steht in einer seelischen und materiellen Krise ohne Vorgang [??]. Die Opfer, die von ihm verlangt werden, wenn der dornige Weg zur inneren und äußeren Freiheit mit Aussicht auf Erfolg gegangen werden soll, sind ungeheuerlich. Sie können nur ertragen werden, wenn es gelingt, die seelischen Voraussetzungen durch eine Zusammenfassung aller aufbauwilligen Kräfte zu finden. Reichskanzler Brüning hat als erster den Mut gehabt, eine klare Bilanz der Lage zu fordern, in die uns in erster Linie der Versailler Vertrag und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise wie auch die Mißwirtschaft der Parlamentsdemokratie gebracht haben.

Die Bilanz, die die heutige Regierung vorfindet, soll das deutsche Volk kennen: Die finanziellen Grundlagen des Reiches, Preußens und der Mehrzahl aller anderen Länder und Gemeinden sind erschüttert. Keine der notwendigen grundlegenden Reformen, die Voraussetzung jeder Gesundung - Verwaltungsreform, Finanzreform, Anpassung unseres staatlichen Lebens an die Armut der Nation -ist über schwache Ansätze hinausgekommen. Die Sozialversicherungen stehen vor dem Bankrott. Die ständig gewachsene Arbeitslosigkeit zehrt trotz allen Arbeitswillens der besten Kräfte am Marke des Volkes.

Der hieraus zwangsläufig folgenden moralischen Zermürbung des deutschen Volkes, verschärft durch den unseligen gemeinschaftsfeindlichen Klassenkampf und vergrößert durch den Kulturbolschewismus, der wie ein fressendes Gift die besten sittlichen Grundlagen der Nation zu vernichten droht, muß in letzter Stunde Einhalt geboten werden. Zu tief ist schon in alle kulturellen Gebiete des öffentlichen Lebens die Zersetzung atheistisch-marxistischen Denkens eingedrungen, weil die christlichen Kräfte des Staates zu leicht zu Kompromissen bereit waren. Die Reinheit des öffentlichen Lebens kann nicht auf dem Wege der Kompromisse um der Parität willen bewahrt und wiederhergestellt werden. Es muß eine klare Entscheidung darüber fallen, welche Kräfte gewillt sind, das neue Deutschland auf der Grundlage der unveränderlichen Grundsätze der christlichen Weltanschauung aufbauen zu helfen.
Die Regierung, die in dieser Stunde, erfüllt von ihrer schweren Verantwortung vor Gott und der Nation, die Leitung der Geschicke des Landes übernimmt, ist tief durchdrungen von dem Bewußtsein der Pflichten, die auf ihr liegen. Sie wird nicht zögern, den Kampf um die Lebensgrundlagen des Volkes, insbesondere der werktätigen Bevölkerung in Stadt und Land, unverzüglich aufzunehmen.“

15. Juli

Die demokratischen Weltbeglücker verbieten im „Lausanner Protokoll“ eine simple Zollunion zwischen dem Deutschen Reich und Österreich. [1938 haben sie dann Hitler ALLES konzediert!!!] Was davon zu halten ist, wollen wir hier offen lassen. Eins aber ist sicher - diese Entscheidung dürfte NS und Kommunisten in beiden Ländern summarum bestimmt 10% „Wähler“ - stimmen gebracht haben.

20. Juli

Die Reichsregierung löst die preußische Regierung und ihre Institutionen mittels § 48 RV auf, bzw. unterstellt diese dem Reich. Diesen Schritt darf man wohl als vernünftig bezeichnen, am besten hätte man die anderen Pseudo-Länder auch gleich aufgelöst - wie es Hitler ja dann zwei Jahre später tat, ohne auf den geringsten Widerstand zu treffen.

31. Juli

Leider geht die grausame Wählerei auf Reichsebene weiter.

12. September

Endlich eine gute Nachricht: Der gerade gewählte Reichstag wird gleich wieder aufgelöst, leider werden gleich wieder neue Wahlen ausgeschrieben. Da fragt sich doch der normale Mensch was besser ist: Gar kein Reichstag oder einer voller Nazis, Kommunisten und unfähiger Demokraten ...

6. November

Und mal wieder Reichstagswahlen. In typisch demokratischer Weise tritt ein rein destruktives Parlament zusammen.

1. Dezember

Papen und Schleicher werden zu Hindenburg gerufen. Papen versuchte jetzt, die Krise offensiv zu lösen. Um die Fortführung des wirtschaftlichen Sanierungsprogramms zu sichern, schlug er vor, den Reichstag während einer kurzen Periode auszuschalten, die kommunistische und die nationalsozialistische Partei aufzulösen und die Verfassungsreform einem Volksentscheid oder, nach Erklärung des Staatsnotstandes, einer neu zu berufenden Nationalversammlung zur Billigung vorzulegen.

3. Dezember

Ernennung Schleichers zum Reichskanzler. Sein Spitzname: „Schleicher de Rivera“, da er beabsichtigte die destruktiven Kräfte der NSDAP und der Kommunisten mittels einer Militärdiktatur zu zerschlagen.

Leider verweigerten die immer ganz lieben Demokraten ihre Unterstützung, - ihnen war eine parlamentarische Regierung Hitler lieber als ein Deutschland ohne Hitler. Sie (besonders Liberale, Sozis und Gewerkschaften) sind somit neben Hindenburg am NS-Staat schuld, - heute geben sie mit Vorliebe in perverser und heimtückischer Weise anderen die Schuld an dem Desaster.

Januar 1933

Hindenburg berief die Führer sämtlicher Mittelparteien einschließlich der Sozialdemokratie zu sich, um sie über eine Lösung zu befragen. Keiner der Befragten wußte einen Ausweg. Auch der sozialdemokratische Vorsitzende Wels erklärte dem Reichspräsidenten, daß man Hitler die Kanzlerschaft übertragen müsse in der Hoffnung, daß er bald abwirtschaften würde. Diese Tatsache hat der Staatssekretär Hindenburgs, Otto Meißner, in den verschiedenen Prozeßverfahren, die dem Zusammenbruch 1945 folgten, eidlich bestätigt.

Nun blieb nur, Hitler mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Man hat Hindenburg und Papen, welcher hier Vermittlungsdienste leisteten, während der vergangenen sechzig Jahre immer wieder wegen der Berufung Hitlers zum Reichskanzler für schuldig erklärt. Die Ankläger und Kritiker leugnen damit aber die Situation, die ich soeben schilderte. Was - bitte - blieb Hindenburg im Rahmen der Weimarer Verfassung und unter demokratischen Regeln denn anderes übrig, nachdem die Parteien keine Vorschläge machen konnten und jede konstruktive Lösung verweigerten!

Bibliographie

Bergsträsser, Ludwig: Geschichte der politischen Parteien in Deutschland. München 1960

Braun, Magnus Freiherr von: Weg durch vier Zeitepochen. Limburg an der Lahn 1965

Kranz, Herbert: Das Ende des Reiches. Franck'sche VA, Stuttgart 1961  Kranz war ein Erfolgsautor der 1950/60er Jahre. Sein Buch gibt bei gewissen Mängeln einen interessanten und gut geschriebenen Einblick in die Materie.

Magenheimer, Heinz: Kriegsziele und Strategien der großen Mächte 1939-1945. Osning Verlag Bielefeld

Martini, Winfried: Das Ende aller Sicherheit. Stuttgart 1954

Martini, Winfried: Freiheit auf Abruf. Köln/Berlin 1960

Papen, Franz von: Rede vor dem Club zu Bremen. Bremen 1933

Papen, Franz von: Der Wahrheit eine Gasse. München 1952

Papen, Franz von: Vom Scheitern einer Demokratie

Plehwe, Friedrich Karl von: Reichskanzler Kurt von Schleicher. Bechtle Verlag, München 1983

Post, Walter: Die Ursachen des Zweiten Weltkriegs - Ein Grundriß der internationalen Diplomatie von Versailles bis Pearl Harbor. Tübingen 2003

Rabenau, Friedrich von: Seeckt, Leipzig 1940

Richthofen, Bolko von: Als Zeuge in Nürnberg. Kiel 1987

Röhl, Klaus Rainer: Nähe zum Gegner. Frankfurt/Main 1994

Schacht, Horace Greely Hjalmar: 76 Jahre meines Lebens. Kindler und Schiermeyer Verlag, Bad Wörishofen 1953

Scheil, Stefan: Fünf plus Zwei - Die europäischen Nationalstaaten, die Weltmächte und die vereinte Entfesselung des Zweiten Weltkriegs.

Schultze-Rhonhof, Gerd: 1939 - Der Krieg der viele Väter hatte, München 2003

Schwerin von Krosigk, Johann Ludwig: Es geschah in Deutschland. Rainer Wunderlich Verlag

Studnitz, Hans Georg von: Menschen aus meiner Welt. Berlin 1985

Studnitz, Hans Georg von: Seitensprünge. Stuttgart 1975.

Treviranus, Gottfried: Das Ende von Weimar. Heinrich Brüning und seine Zeit. Econ Verlag, Düsseldorf 1986

Treviranus, Gottfried: Für Deutschland im Exil. Econ Verlag, Düsseldorf 1973

Tschirschky, Fritz Günther von: Erinnerungen eines Hochverräters. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1972

Winkler, Heinrich A.: Die deutsche Staatskrise 1930 - 1933. München 1992  Winkler ist bei allem Kenntisreichtum des „Universitätsprofessors“ ein Beispiel für vollständige demokratische Gehirnerwerweichung.

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