Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

  Gebet für ein christliches Deutschland
  Heimseite
  Reichspsalterion
  Das Monarchieforum
  Bibliographien
  J. S. Bach
  Dichtungen
  Geistliche Texte
  Kontakt
  Zum Gästebuch

   Archiv |   Kuehnelt-Leddihn |   Die Weisse Rose  |   Kirchliche Lehre |   Imperialgeschichte |   Imperialverfassung |   Russland

 

Vor 800 Jahren: Königsmord in Bamberg

König Philipp von Schwaben
König Philipp von Schwaben

Heute vor 800 Jahren am 21. Juni 1208 wurde der Deutsche König Philipp, genannt „Philipp von Schwaben“ vom bayrischen Pfalzgraf Otto von Wittelsbach in Bamberg ermordet.

Philipp war der fünfte aus der Reihe der Stauferkönige und der jüngste Sohn seines Vaters Friedrich Barbarossa. Obwohl es ihm nicht mehr gelang, die Kaiserwürde zu erwerben, wird er wegen des römischen Kaisers Philipp aus dem 2. Jahrhundert gelegentlich als Philipp II. gezählt.

Philipp hatte ein schweres Erbe angetreten, denn sein älterer Bruder und Amtsvorgänger Heinrich V. (bzw. als König Heinrich VI.) war in Sizilien in Schwierigkeiten geraten und konnte sein Amt in Deutschland nicht mehr ausüben. Der Sohn Heinrichs, Friedrich, der spätere Kaiser Friedrich II., war im Jahre 1196 in Frankfurt zum Deutschen König gewählt worden. Er sollte von seinem Onkel Philipp nach Deutschland geholt werden. Dieser wurde jedoch durch Aufstände in Oberitalien blockiert und mußte unverrichteter Dinge wieder nach Deutschland zurückkehren. Damit die staufische Herrschaft gesichert werde, beschlossen die Deutschen Fürsten nun Philipp zu wählen. Heinrich V. starb 1197 erst zweiunddreißigjährig.

Philipp war, typisch für einen nachgeborenen deutschen Fürstensohn zunächst für die geistliche Laufbahn bestimmt worden und hatte 1198 die Probststelle am Aachener Marienstift erlangt. Im Jahr darauf wurde er zum Bischof von Würzburg gewählt, ließ sich jedoch überraschen wieder laisieren. Als die Königswahl anstand, erwuchs ihm in Welf Otto ein Gegenkandidat, der ebenfalls gewählt und gekrönt wurde. Die Herrschaftszeit Philipps (1198 – 1208) war durch die Auseinandersetzung mit Otto geprägt, der sich auch nach dem Todes Philipps durchsetzen und zum Kaiser krönen lassen konnte. Höhepunkt der Auseinandersetzungen war die Schlacht bei Wassenberg am 27. Juli 1206. Es gelang Philipp die Burg zu erobern und den welfisch gesonnenen Kölner Erzbischof gefangenzunehmen. Der Papst hingegen entschied sich aus verständlichen Gründen für Otto. Dies gab langfristig den Ausschlag zugunsten Ottos.

Neben anderen Faktoren hatte sich der Anfall des Königreichs Sizilien negativ auf die Regierungstätigkeit der Stauferkönige ausgewirkt. Hier hat aber zweifellos auch der Papst erhebliche Fehler gemacht, denn er stellte sein weltliches Amt als Fürst des Kirchenstaates teils über seinen geistlichen Auftrag, die Christenheit zu weiden und den Frieden des Imperiums zu fördern. Es war klar, daß dieser Zwiespalt zu massiven Verwerfungen in der Reichspolitik hat führen müssen. Das Ansehen des Papstes in Deutschland wurde beschädigt, noch Jahrhunderte später nutzten diesen Umstand die „Reformatoren“ gnadenlos für ihre dunklen Zwecke aus.

Daß Deutschland durch jeden inneren Zwiespalt geschwächt wurde, leuchtet von vornherein ein. Besonders bedenklich ist, daß die Machtposition des Deutschen Königs Schaden genommen hat. Auch dies wirkte sich noch über Jahrhunderte bis in unsere Gegenwart hineinen sehr negativ aus.

Eines der wichtigsten Ereignisse der Herrschaft König Philipps war die Verleihung der erblichen böhmischen Königswürde an Ottokar Przemysl. Dies bewirkte die Herauslösung Böhmens aus der Lehnsherrschaft des Deutschen Königs und die Etablierung eines weitgehend unabhängigen Königreiches in Böhmen, Mähren und Schlesien. Ohne diesen Rechtsaktes wären Böhmen, Mähren und Schlesien auch heute noch Teile Deutschlands.

Die Ermordung Philipps war zweifellos eines der abscheulichsten Verbrechen der Reichsgeschichte. Über die Gründe dieser ungeheuerlichen Bluttat wird bis zum heutigen Tage gerätselt, am wahrscheinlichsten ist der, daß Philipp Otto nicht verabredungsgemäß zum Schwiegersohn bestimmt hatte.

 

Zum Archiv der Monarchieliga

Geschichte des Imperiums

Zur Heimseite der Monarchieliga