Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Der vierte Koalitionskrieg

Heute vor 200 Jahren geschah die Katastrophe von Jena und Auerstedt

Zur Vergrößerung bitte klicken!Als „Koalitionskriege“ werden die Kriege bezeichnet, die das freie Europa gegen den Friedensbrecher und Freiheitsbedroher Frankreich in den Jahren 1792 bis 1809 führen mußte. Diese Kriege sind Europa durch das revolutionäre französische Verbrechertum aufgezwungen worden, kein einziger europäischer Herrscher, keine europäische Nation wollte diese Kriege, - leider, muß man sagen, denn entschlossener Wille hätte das revolutionäre Frankreich leicht in die Knie zwingen, das Terrorregime beseitigen und die Revolutionsverbrecher vernichten können.

Heute denken wir an die Schlacht von Jena und Auerstedt, die prominenteste Schlacht des bereits vierten Koalitionskrieges. Der Dritte Koalitionskrieg war erst am 26. Dezember 1805 durch den Frieden von Preßburg („Bratislawa“) beendet worden. Damals mußte Österreich Venetien an das Königreich Italien und Tyrol, Vorarlberg, Eichstätt, Passau, Burgau, Brixen, Trient, Augsburg an Bayern abtreten. Das herrliche Erzstift Salzburg kam an Österreich, Bayern und Württemberg wurden „Königreiche“. Bald darauf wurde der „Rheinbund“ begründet, es schlug die Todesstunde für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. hatte sich angesichts des Verrats so vieler Reichsglieder widerwillig zu einem Frieden mit Napoleon hergegeben. Doch Frankreichs Durchzug durch Ansbach und viele andere Friedensstörungen des Korsen bewogen Friedrich zu der mutigen Kriegserklärung vom 9. Oktober 1806. Leider war er zum Kriege gegen einen so fanatischen Feind nicht ausreichend gerüstet. Napoleon setzte seine gewaltige Heermacht durch die Täler von Main und Thüringer Saale hindurch in Gang und bereits am 10. Oktober kam es zum ersten Gefecht bei Saalfeld, bei dem unglückseliger Weise der Preußenprinz Louis Ferdinand, ein hochbegabter Schriftsteller und Komponist, dessen Werke noch heute häufig aufgeführt werden, fiel. Ferdinand war ein Cousin des verstorbenen Königs Friedrich Wilhelm II. und somit ein allerdings gleichaltriger Onkel 2. Grades des regierenden Königs.

Am 14. Oktober 1806 entbrannte dann die Doppelschlacht von Jena und Auerstedt, deren Schlachtfelder noch heute von Denkmalen übersät sind.1 Friedrich Wilhelm erlitt eine vernichtende Niederlage, deren Gründe vielfach analisiert wurden. (Literatur: Lettow-Vorbeck, O. von: Der Krieg von 1806/07. 4 Bd. 1896; Goltz, C. Frhr. von der: Kriegsgeschichte Deutschlands im 19. Jahrhundert. 1910)

Bereits am 27. Oktober zog Napoleon in Berlin ein, am 28. Oktober ergaben sich die Reste des preußischen Heeres bei Prenzlau in der Uckermark. Der Berliner Gouverneur Schulenburg gab die Parole aus „Der König hat eine Bataille verloren. Nun ist Ruhe die erste Bürgerpflicht!“, ein seither geflügeltes Wort. Fliehende preußische Soldaten irrten im ganzen Lande umher, der König selbst floh mit seiner Gattin Luise von Mecklenburg nach Ostpreußen.

Unmittelbar nach Jena brach in Posen ein von Napoleon finanzierter Aufstand aus. Am 6. November zog eine links-nationalistische „polnische Legion“ in die Stadt ein und die preußische Herrschaft brach in allen Teilungsgebieten mit Ausnahme von Westpreußen zusammen. Hier tat sich der durch die polnische Nationalhymne verewigte Dambrowski hervor. Leider kämpften die Polen auf der falschen Seite, dies war jedoch durch die falsche Polenpolitik der Hohenzollern fast zwangsläufig.

Der Krieg wurde mit dem Frieden von Tilsit erst am 9. Juli 1807 beendet. Es sei erwähnt, daß die Festungen Kolberg und Graudenz sich nicht ergaben und bis zum Friedensschluß in der Hand des Königs blieben.

Der Friedensvertrag von Tilsit ist in vielerlei Hinsicht interessant. Wir werden im kommenden Jahr darauf zurückkommen. Es sei lediglich die erhebliche Verkleinerung Preußens genannt und die Tatsache, daß mit diesem Friedenschluß das System der polnischen Teilungen endgültig sein Ende fand. Danzig wurde bereits damals zum Freistaat, - eine Neuauflage sollte 100 Jahre später erfolgen.

 

 

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