Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Die „Monarchisten“ von 1815

Aus Reinhard Lauth „Die verstoßene Kirche“. München 2003, S. 143

Der Fall liegt bei [den "papsttreuen" Tradiionalisten] ganz analog wie bei den Monarchisten von 1815. Wenn nur die Form der Monarchie bliebe, meinten sie, so konnte man auf das Wesen der Monarchie verzichten. Diese Art von Monarchisten war zufrieden, daß die österreichisch-ungarische Monarchie an die Stelle des Heiligen Römischen Reiches trat. Es gab a noch immer einen Kaiser und ein Reich, so urteilten sie, also war das Wesentliche gerettet. Daß mit dem Wiener Frieden die Idee des Reiches aufgegeben worden war, das leugneten sie, ja, sie gaben dem Ganzen den Schein des Gegenteils. Und es ist ihnen tatsächlich gelungen, ein Jahrhundert lang mit diesem Schein zu betrügen. Man kann die Opfergesinnung, die sich z.B. noch im Ersten Weltkrieg bei den Deutschen Soldaten gezeigt hat, gar nicht verstehen, wenn man nicht sieht, daß sie gefühlsmäßig immer noch für das Deutsche Reich als das Heilige Reich zu kämpfen glaubten. In Wirklichkeit konnte ein Adel, der die Reichsidee verraten und dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches zugestimmt hatte, gar nicht mehr Adel sein. Napoleon hatte voll und ganz recht, diese Adligen den Revolutionären, die Karriere gemacht hatten, gleichzustellen. Und Ludwig XVIII. blieb bei dieser Praxis.

Es gab und gibt seitdem keine schützende Macht der Christenheit mehr, sondern nur noch ihre egoistischen Interessen gegeneinander verfechtende Einzelstaaten, mochten sich deren Regenten auch hier und da noch Kaiser oder Könige nennen. Es bleibt immer einer eindringlichen Meditation wert, den Vorgang zu verstehen, mittels dessen ein Metternich die Gleichung eingängig machen konnte, sei Franz II. = Franz I.

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