Die Lehninsche Weissagung ist
eine authentische Prophezeiung, die in der ersten Hälfte
des 18. Jh. bekannt wurde. Sie stammt jedoch aus dem 14.
Jh., d.h. aus der Zeit als noch die Askanier, das Geschlecht
der sächsischen „Ottonen“ die Mark Brandenburg
regierte. Ihr Landes- und Hauskloster war das westlich Potsdams
gelegene Zisterzienserkloster Lehnin, aus dem die Prophezeiung
stammt. Die Zuordnung zu historischen Ereignissen im Geschichtsverlauf
geht [z.T.] aus den Fußnoten hervor. |
1. |
Nunc
tibi cum cura, Lehnin, cano fata futura, |
Nun sing ich dir, o Lehnin, mit Sorgfalt zukünftige Geschicke, |
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2.
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Quae mihi monstravit
Dominus, qui cuncta creavit. |
die mir der Herr, der alles
geschaffen hat, gezeigt hat.
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3.
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Nam licet insigni sicut sol
splendeas.igni |
Magst du, Lehnin jetzt im hellen Lichte glänzen wie die Sonne, |
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4.
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Et vitam totam
nunc degas summe devotam |
und gegenwärtig ein durchwegs
höchst erbauliches Leben führen, |
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5.
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Abundentque
rite tranquillae commoda vitae |
auch in Fülle die Vorteile
eines ruhigen Lebens genießen, |
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6.
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Tempus erit
tandem, quod te non cernet eandem, |
so wird doch eine Zeit kommen,
wo man dich in einem anderen Zustand sehen wird. |
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7.
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Immo vix ullam,
si bene dixero, nullam. |
wo du kaum sein, ja – aufrichtig
gesagt – ganz vergehen wirst. |
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8.
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Quae te fundavit,
gens haec te semper amavit. |
Das Geschlecht, das dich einst gegründet hat, hat dich
stets geliebt.[1] |
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9.
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Hac pereunte
peris, nec mater amabilis eris. |
Gleich diesem gehst auch
du unter und wirst nicht mehr die geliebte Mutter sein.[2] |
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10.
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Et nunc, absque
mora, propinquat flebilis hora, |
und es naht schon ohne Verzug
die betrübende Stunde, |
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11.
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Qua stirps Ottonis,
nostrae decus regionis, |
wo der Stamm der Ottonen,[3]
die Zierde unserer Gegend, |
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12.
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Magno ruit fato,
nullo superstite nato. |
durch ein Verhängnis untergeht,
da kein Nachkomme vorhanden ist. |
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13.
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Tuncque cades
primum, sed nondum venis ad imum. |
Das ist der erste Schlag,
aber noch nicht der ärgste. |
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14.
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Interea diris
angetur marchia miris. |
Indes wird die Mark schlimme
Drangsale erleiden. |
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15.
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Et domus Ottonum
fiet spelunca leonum |
und das Land der Ottonen wird eine Löwenhöhle[4]
werden |
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16.
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Ac erit exelusus
vere de sanguine fusus. |
und der vom rechten Blute
stammende wird verstoßen sein. |
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17.
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Quando peregrini
venient ad claustra Chorini. |
Wenn dereinst zum Kloster
Chorin fremde Fürsten kommen, |
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18.
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Cerbereos fastus
mox tollet Caesarius astus. |
wird der listige Kaiser bald
den höllischen Stolz (der streitenden Brüder)[5] beseitigen, |
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19.
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Sed parum tuto
gaudebit Marchia scuto. |
doch wird sich die Mark gar
wenig eines sicheren Schutzes erfreuen, |
|
20.
|
Regalis leo
rursum tendit ad altera cursum. |
denn der königliche Löwe
wird wieder zu anderen Geschäften forteilen |
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21.
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Nec dominos
veros haec terra videbit et heros. |
und dieses Land wird nicht
seine wahren Herren und Gebieter erblicken. |
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22.
|
Omnia turbabunt
rectores, damnaque dabunt. |
Die Statthalter werden viel
Verwirrung und Schaden anrichten, |
|
23.
|
Nobilitas dives
vexabit undique cives. |
der reiche Adel wird an allen
Orten die Bürger plagen, |
|
24.
|
Raptabit clerum
nullo discrimine rerum. |
und überfallen ohne Unterschied,
auch den Klerus. |
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25.
|
Et facient isti
quod factum est tempore Christi. |
Er wird mit den Leuten so
verfahren, wie dereinst mit dem Heiland verfahren wurde. |
|
26.
|
Corpora multorum
vendentur contra decorum. |
Auch wird er ohne Scheu viele
Menschen verkaufen. |
|
27.
|
Ne penitus desit
tibi, qui, mea Marchia, praesit, |
Damit meiner Mark nicht gänzlich
ein Vorstand fehle, |
|
28.
|
Ex humili surgis,
binis nunc inclite burgis. |
steigst du, durch zwei Burgen Berühmter, aus Niedrigkeit empor[6] |
|
29.
|
Accendis facem
jactando nomine pacem. |
und entzündest die Fackel
des Krieges, obzwar dein Name Frieden verheißt.[7] |
|
30.
|
Dum lupus necas,
ovibus praecordia secas. |
Indem du die Wölfe tötest,
verursachst du Schmerzen deinen Schafen. |
|
31.
|
Dico tibi verum,
tua strips longaeva dierum. |
Fürwahr, dein Stamm wird
ein hohes Alter erreichen. |
|
32.
|
Imperiis parvis
patriis dominabitur arvis. |
Mit milder Gewalt wird er
(Friedrich) die heimatlichen Gauen beherrschen, |
|
33.
|
Donec prostrati
fuerint, qui tunc honorati, |
bis niedergeworfen jene,
die damals zwar hoch geehrt waren, |
|
34.
|
Urbes vastabant,
dominos regnare vetabant. |
doch die Städte verwüsteten
und die Fürsten am Regieren hinderten. |
|
35.
|
Succedens patri
tollit privilegia fratri. |
Der jetzt dem Vater nachfolgt,
nimmt dem Bruder sein Vorrecht, |
|
36.
|
Nec faciet testum,
non justum credere justum. |
doch kein Edikt kann bewirken,
daß man eine Ungerechtigkeit für Recht ansieht, |
|
37.
|
Defesso bellis
variis, sortisque procellis. |
Ihm, der durch verschiedene
Kriege und Schicksalsschläge ermattet ist, |
|
38.
|
Mox frater fortis
succedit tempore mortis. |
folgt sein tapferer Bruder
zur Zeit des Sterbens. |
|
39.
|
Fortis est ille
quidem, sed vir vanissimus idem. |
Tapfer ist er wohl, aber auch
ein sehr eitler Mann.[8] |
|
40.
|
Dum cogigat
montem, potest vix scandere pontem. |
Während er sich an den Berg
heran machen will, kann er kaum die Brücke übersteigen. |
|
41.
|
En, acuit enses!
Miseri vos, o Lehnienses! |
Schaut, arme Lehniner, wie er die Schwerter schärft! |
|
42.
|
Quid curet fratres,
qui vult excindere patres? |
Was wird der sich um seine
Mitbrüder (um den Nächsten) kümmern, der die Väter[9]
vernichten will? |
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43.
|
Alter ab hoc
martem scit ludificare per artem. |
Der andere nach ihm versteht
es, des Krieges zu spotten durch Pflege der Künste. |
|
44.
|
Auspicium natis
hic praebet felicitatis. |
Seinen Söhnen gibt er ein
Wahrzeichen glücklicher Zukunft. |
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45.
|
Quod dum servatur,
ingens fortuna paratur. |
Dieses beachtend gelangen
sie zu hohem Glück |
|
46.
|
Hujus erunt
nati conformi sorte beati. |
und sind vom Schicksal in
gleicher Weise begünstigt. |
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47.
|
Inferet at tristem
patriae tunc foemina pestem. |
Doch gar trauriges Unheil
bringt jetzt dem Lande ein Weib.[10] |
|
48.
|
Foemina serpentis
tabe contacta recentis. |
Sie, von dem Gifte berührt
der frisch erwachsenen Schlange |
|
49.
|
Hoc et ad undenum
durabit stemma venenum. |
Und wird dauern dieses Gift
noch bis in den Stammbaum aus elf Gliedern. |
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50.
|
Et nunc is prodit,
qui te, Lehnin nimis odit. |
Nun tritt der auf, der dich,
oh Lehnin, ungemein haßt. |
|
51.
|
Dividit ut culter,
atheus, scortator, adulter. |
Wie ein Messer zerschneidet
er, der Gottlose, der Hurer und Ehebrecher, |
|
52.
|
Ecclesiam vastat,
bona religiosa subhasta. |
Er verwüstet die Kirche,
versteigert die Klostergüter, |
|
53.
|
Ite, meus populus!
protector est tibit nullus. |
Geh, mein Volk! Du hast nun
keinen Schützer mehr. |
|
54.
|
Hora donec veniet,
qua restitutio fiet. |
Bis die Stunde kommt, wo
die Wiederherstellung stattfindet. |
|
55.
|
Filius amentis
probat instituta parentis. |
Der Sohn billigt die Einrichtungen
seines tollen Vaters. |
|
56.
|
Insipiens totus,
tamen audit vulgo devotus. |
Obgleich er ganz töricht
ist, heißt er doch beim Volk der Fromme. |
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57.
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Nec sat severus,
hinc dicitur optimus herus. |
Und da er nicht streng genug
ist, heißt er der beste Landesherr. |
|
58.
|
Huic datur ex
genere, quinos qualis ipse, videre. |
Ihm ist es beschieden, aus
seinem Stamme fünf Geschlechter zu sehen, wie er selber. |
|
59.
|
Et anno funesto
vitam loco linquit honesto. |
Er stirbt im Totenjahr[11]
an einem vornehmen Ort.[12] |
|
60.
|
Postulat hinc
turbae praeponi natus in urbe. |
Von nun an verlangt die Herrschaft
übers Volk der Sohn der Hauptstadt. |
|
61.
|
Spe caeteri sobolem,
fovet hic formidine prolem. |
Während andere Leute ihr
Kind mit Hoffnung groß ziehen, er dagegen mit Furcht, |
|
62.
|
Quod timet obscurum,
certe tamen, ecce futurum. |
und was er dunkel fürchtet,
das wird sicher geschehen. |
|
63.
|
Forma rerum
nova mox fit, patiente Jehova. |
Durch Fügung des Schicksals tritt bald eine Änderung ein.[13] |
|
64.
|
Mille scatet
naevis, cujus duratio brevis. |
Er hat tausenderlei Fehler
und wird nicht lange leben. |
|
65.
|
Multa per edictum,
sed turbans plura per ictum. |
Vieles verdirbt er durch
seine Erlässe, mehr noch durch seinen Schlag. |
|
66.
|
Quae tamen in
pejus mutantur jussibus ejus, |
Doch was durch seine Befehle
schlimmer wurde, |
|
67.
|
In melius fato
converti posse putato. |
kann sich durch günstiges
Schicksal noch zum Guten wenden. |
|
68.
|
Post patrem
natus princeps erit marchionatus. |
Nach seinem Vater wird der
Sohn als Markgraf herrschen, |
|
69.
|
Ingenio nullos
non vivere sinit inultos. |
Dieser läßt seinen Anlagen
gemäß gar manchen unbestraft schalten und walten. |
|
70.
|
Dum nimium credit,
miserum pecus lupus edit. |
Da er leichtgläubig ist,
verschlingt ihm der Wolf die unglückliche Herde. |
|
71.
|
Et sequitur
servus domini mox fata protervus. |
Dem Schicksal seines Herrn
bald nach folgt der unverschämte Diener. |
|
72.
|
Tunc veniunt,
quibus de burgis nomina tribus. |
Jetzt kommen, die von drei
Burgen führen den Namen |
|
73.
|
Et crescit latus
sub magno principe status. |
und unter einem großen Fürsten
wächst der Staat in die Breite. |
|
74.
|
Securitas gentis
est fortitudo regentis. |
Die Kraft des Regenten ist
Sicherheit seines Volkes. |
|
75.
|
Sed nil juvabit,
prudentia quando cubabit. |
Doch wird sie nichts nützen, wenn die Klugheit zur Ruhe
geht.[14] |
|
76.
|
Qui successor
erit, patris haud vestigia terit. |
Sein Nachfolger tritt nicht in die Fußstapfen seines Vaters.[15] |
|
77.
|
Orate fratres,
lacrimis nec parcite matres. |
Betet, ihr Brüder und sparet
nicht die Tränen, ihr Mütter. |
|
78.
|
Fallit in hoc
nomen laeti regiminis omen |
Täuschend hat sein Name die
Vorbedeutung einer erfreulichen Regierung |
|
79.
|
Nil superest
boni. Veteres migrate coloni! |
Es ist nichts Gutes mehr!
Wandert lieber aus, ihr alten Bewohner! |
|
80.
|
Et jacet exstinctus,
foris quassatus et intus. |
Endlich stirbt er, innerlich
und äußerlich zerrüttet. |
|
81.
|
Mox juvenis
fremit, dum magna puerpera gemit. |
Bald tobt ein junger Mann, während die große Gebärerin
seufzt.[16] |
|
82.
|
Sed quis turbatum
poterit refingere statum? |
Doch wer wird den erregten
Staat zur Ruhe bringen? |
|
83.
|
Vexilum tanget,
sed fata crudelia planget. |
Er wird die Kriegsfahne ergreifen,
aber hartes Mißgeschick zu beklagen haben. |
|
84.
|
Flantibus hinc
austris, vitam vult credere claustris. |
Während es von Süden her weht, vertraut er sein Leben den
Klöstern.[17] |
|
85.
|
Qui sequitur,
pravos imitatur pessimus avos. |
Sein Nachfolger[18]
ist der Schlimmste, der schlechte Ahnen nachahmt. |
|
86.
|
Non robur menti,
non adsunt numina genti. |
Seinem Geiste fehlt Tatkraft
und dem Volke Gottesglaube. |
|
87.
|
Cuius opem petit,
contrarius hic sibi stetit. |
Dessen Hilfe er begehrt,
der tritt ihm feindlich gegenüber. |
|
88.
|
Et perit in
undis, dum miscet summa profundis. |
Er geht im Wasser zu Grunde,
indem er das Obere mit dem Unteren vermischt. |
|
89.
|
Natus florebit;
quod non sperasset, habebit. |
Sein Sohn wird blühen und erlangen, was er nie gehofft
hätte,[19] |
|
90.
|
Sed populus
tristis flebit temporibus istis. |
doch das Volk wird trauern und weinen zu jener Zeit.[20] |
|
91.
|
Nam sortis mirae
videntur fata venire. |
Nun scheinen wunderbare Ereignisse zu kommen.[21] |
|
92.
|
Et princeps nescit,
quod nova pontentia crescit. |
Und der Fürst merkt nicht, daß eine neue Macht heranwächst.[22] |
|
93.
|
Tandem sceptra
gerit, qui stemmatis ultimus erit. |
Endlich führt die Szepter der
letzte in der Ahnentafel.[23] |
|
94.
|
Israel infandum
scelus audet morte piandum. |
Israel untersteht sich ein abscheuliches Verbrechen, das
es mit dem Tode sühnen wird.[24] |
|
95.
|
Et Pastor gregem
recipit, Germania regem. |
Und der Hirt erhält die Herde wieder und Deutschland den
König.[25] |
|
96.
|
Marchia cunctorum
penitus oblita malorum. |
Die Mark, ihre alten Leiden
völlig vergessend, |
|
97.
|
Ipsa suos audet
fovere, nec advena gaudet. |
wagt die Ihrigen selbst zu
pflegen, nicht freut sich der Fremdling, |
|
98.
|
Priscaque Lehnini
surgunt et tecta Chorini. |
die alten Gebäude von Lehnin
und Chorin erstehen wieder |
|
99.
|
Et veteri more
clerus splendescit honore. |
und nach der alten Sitte
glänzt in Ehren die Geistlichkeit; |
|
100.
|
Nec lupus nobili
plus insidiatur ovili. |
und nicht mehr stellt der
Wolf der edlen Herde nach. |
|
|
|
| [1] |
Das
Haus der brandenburger Askanier. |
| [2] |
Lehnin wird als Mutterhaus des Ordens in der Mark untergehen. |
[3] |
Ebenfalls
das Haus der brandenburger Askanier. |
|
[4]
|
Wohl eine Anspielung auf den wittelsbacher Löwen. |
[5] |
Die
drei in Brandenburg wirkenden Wittelsbacher Brüder Ludwig I.,
Ludwig II. und Otto, sowie Kaiser Karl IV. |
| [6] |
Mit den „zwei Burgen“
könnte Nürnberg und Brandenburg gemeint sein. |
| [7] |
Kurfürst Friedrich
II. führte zahlreiche Kriege, so mit Pommern und mit Polen. |
| [8] |
von
hier bis 42 ist Albrecht Achilles gemeint. |
| [9] |
Die
„Patres“, die Mönche und sogar den Heiligen Vater! |
| [10] |
Hier
ist die Gattin von Joachim I. gemeint, die lutherisch wurde. |
| [11] |
1598,
Todesjahr Joachims, war ein Pestjahr. |
[12] |
Das
von Caspar Theyß neuerbaute Berliner Schloß, finanziert
durch die Erlöse aus den Klosterenteignungen. |
| [13] |
Gemeint
ist Johann Sigismunds schändlicher Übertritt zum Calvinismus. |
| [14] |
Bezieht
sich auf den Tod von Kf. Friedrich III. |
[15] |
Bezieht sich auf
den Soldaten„könig“ Friedrich Wilhelm. |
| [16] |
Der
alte Fritz und Maria Teresia. Spätestens ab hier ist die
Prophezeiung authentisch, denn sie wurde bei Reierungsantritt
Friedrichs erstmalig publiziert. |
| [17] |
Angeblich
eine Anspielung darauf, daß Friedrich bei seinen Kriegszügen
oft Quartier in (ehemaligen) Klöstern nahm. |
| [18] |
„König“
Friedrich Wilhelm II. |
| [19] |
„König“
Friedrich Wilhelm III. und seine Erwerbungen 1815 |
| |
Erhebliche
Verluste durch die napoleonischen Kriege |
| [21] |
Gründung
des Reiches 1871, leider nur scheinbar wunderbar. |
| |
Damit
ist wohl der gesamte Komplex Freimaurer/Demokraten gemeint. |
| [23] |
Wilhelm II. |
| [24] |
Hiermit
vermutlich Oktoberrevolution etc. gemeint. |
[25] |
Diese
ab hier folgenden herrlichen Verheißungen stehen leider
noch aus. |