Kennzeichen der Jakobiner - 1795
Anleitung, wie man einen ehrlichen Emigranten von einem Jakobiner unterscheiden
kann
und wie man letzteren loswird.
Die französische Staatsumwälzung und die gleich Donnerschlägen dicht
auf einander gefolgten Schreckens- und Mordepochen, haben uns an der unzähligen
Menge französischer Auswanderer, noch obendrein das unselige Geschenk
von unzähligen Jakobinern gemacht; und da man in ganz Europa fast nicht
mehr umhersehen kann, ohne den Blick auf einen Schwarm derley unglücklicher
Fremdlinge zu werfen: so ist es lediglich die Besorgniß, hier und da etwa
auf einen bösen und gefährlichen Klubbisten zu stoßen, welche den Rechtschaffenen
und ihrer Sitten sowohl als ihres Unglückes halber aller Hochachtung würdigen
Emigrirten, ihre Aufnahme und Unterkunft erschweret.
Die Jakobiner aber, die als vorgebliche Ausgewanderte unter den Guten
herumschleichen, verrathen sich nach und nach selbst, durch ihren lächerlichen
Stolz, durch ihren offenbaren und unbezwinglichen Nationalhaß gegen die
Deutschen, durch ihren Undank und Treulosigkeit gegen ihre Wohlthäter,
und durch die boshafte Sorgfalt, ihr jakobinisches Gift aller Orten fallen
zu lassen; machen sich aber dadurch nur noch mehr verächtlich, und müssen
ihrer Unerträglichkeit wegen, alle Augenblicke gefaßt seyn, ihren Hochmuth,
ihren Plunder, und ihre Grundsätze weiter zu schaffen.
Ist noch irgendwo in einem Winkel ein Jakobiner verkrochen: so wird derselbe
so gefährlich nicht mehr seyn, wenn man ihn nach den angezeigten Kennzeichen
prüfen, und sich alsdann vor ihm hüten will.
Da aber überhaupt die Anzahl der auf Gottes Erdboden zerstreuten Propagandisten
zu groß ist, als daß man die ganze Brut auf einmal zu vertilgen hoffen
könnte; solche aber dennoch unmöglich geduldet, und ihrer Vermehrung ruhig
zugesehen werden kann: so dürfte wohl,
um die Welt von dieser Pest nach und nach zu befreyen, das räthlichste
seyn, nicht sogleich die Jakobiner selbst, als vordersamst den Jakobinismus,
das ist, ihre Grundsätze anzugreifen, damit vor allem den Vorschritten
des Übels sogleich Schranken gesetzet, und nach dießfälligen zuverlässigen
und ergiebigen Führkehrungen, mit mehrerem Nachdruck gegen die Urheber
und Verbreiter desselben vorgegangen werden könne.
Hierzu sind alle Souverains und Regenten, um so mehr aufgefordert, als
ihre eigene Erhaltung daran liegt. Jeder hat in seinen Staaten Anstalten
und Männer genug, welche nebst geprüftem Wandel und Verstande auch Eifer
und Muth haben, sich dem eingerißenen und täglich mehr einreißenden Sittenverderbnisse
entgegenzustellen, und nach der Stimmung des Nationalkarakters eines jeden
Landes, angemessene Hilfsmittel anzuwenden.
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