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Archiv der Monarchieligazuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011
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Die Auswirkungen der Theistischen EvolutionslehreAus: Werner Gitt: Schuf Gott durch Evolution.Bielefeld 1988 Gefahr Nr. 1: Die Preisgabe zentraler Aussagen der Bibel 1. Die Bibel als verbindliche Informationsquelle 2. Das Verhältnis von AT zu NT 3. Die Lesart des Schöpfungsberichtes Gefahr Nr 2: Die Verdrehung des Wesens Gottes Gefahr Nr. 3: Der Verlust des Schlüssels, um Gott zu finden Gefahr Nr. 4: Die Menschwerdung Gottes wird relativiert Gefahr Nr. 5: Die Relativierung des Erlösungswerkes JESU Gefahr Nr. 6: Gott wird zum Lückenbüßer unverstandener Phänomene Gefahr Nr. 7: Der Verlust des biblischen Zeitmaßstabes Gefahr Nr. 8: Die Fehldeutung der Wirklichkeit Gefahr Nr. 9: Der Verlust des Schöpfungsdenkens Gefahr Nr. 10: Das Ziel wird verpaßt
8.1 Gefahr Nr. 1: Die Preisgabe zentraler Aussagen der Bibel1. Die Bibel als verbindliche InformationsquelleDie Bibel ist voller Zeugnisse, daß wir es bei dem Schriftwort mit einer von Gott autorisierten Quelle der Wahrheit zu tun haben. Die Propheten des AT nahmen diese Stellung ebenso ein[1] wie die Apostel des NT.[2] H. W. Beck folgert aus dem Zeugnis der archäologischen Forschung: „Die Hypothese einer langen mündlichen Tradition und eines langen evolutiven literarischen Entstehungsprozesses hat keine Wahrscheinlichkeit für sich.“[3] Die Apostel waren nicht nur ausgezeichnete Kenner der Schrift, sondern durch den Heiligen Geist befähigt, ist ihnen auch der tiefere Sinn erschlossen. Paulus als das auserwählte Werkzeug Gottes, der seine Information durch eine Offenbarung JESU CHRISTI erhielt (Gal 1,12), hatte das eindeutige Bekenntnis: „Ich glaube allem, was geschrieben steht“ (Apg 24,14). Petrus bezeugt, daß er nicht klugen Fabeln gefolgt ist, sondern als Augenzeuge berichtet (2. Petr 1,16). Den besonderen Schlüssel zum Verständnis der Schrift finden wir bei dem Sohn Gottes selbst. JESUS bezeugt die Unverbrüchlichkeit seines Wortes für alle Zeiten (Mt 24, 35). Er gibt die Garantie: „Es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist“ (Lk 18,31). Er autorisierte alle bedeutungstragenden Elemente des biblischen Textes[4] und bestätigte alle biblischen Erzählungen[5] als reale geschichtliche Ereignisse in Raum und Zeit. In [G6] hat der Verfasser die Bibelfrage ausführlich bearbeitet. 2. Das Verhältnis von AT zu NTDas NT zitiert in großer Fülle Aussagen des AT, dennoch ist das NT nicht nur ein Kommentar zum AT. Das NT ist die Erfüllung des AT: „Diese (Menschen des AT) haben durch den Glauben das Zeugnis Gottes empfangen und doch nicht erlangt, was verheißen war, weil Gott etwas Besseres für uns zuvor ersehen hat“ (Hebr 11,39). In CHRISTUS hat sich alles erfüllt. Insofern ist das AT der unverzichtbare Zubringer - wie bei einer Autobahn - zum NT. Vom AT sagt JESUS: „Ihr suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist es, die von mir zeuget“ (Joh 5,39). Das NT ist dennoch ein Novum, weil vieles erst hier offenbart wird. Vom NT aus gewinnen wir erst den rechten Zugang zum AT, weil sich dessen Schriften auf CHRISTUS beziehen. Dieses Prinzip hat JESUS den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus erschlossen . Das AT wird - bis auf die in CHRISTUS erfüllten Gesetzesvorschriften (Hebr 9,10) und Opferpraktiken (Hebr 10, lb + 4) - in allen Aussagen voll aufrechterhalten. 3. Die Lesart des SchöpfungsberichtesDie häufig genannte Argumentation, „wir können Gott bezüglich der Schöpfung nicht in die Karten schauen“, klingt demütig und auf den ersten Blick sogar einsichtig. Sie ist aber falsch, weil sie dem Willen Gottes widerspricht, sein Wort in allen Aspekten ernst zu nehmen (Jer 22,29; Joh 8,47; 2. Tim l,13). So wollen wir dankbar sein für alle Information, die uns im Schöpfungsbericht selbst und an zahlreichen anderen Stellen gegeben ist. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist aus folgenden Gründen weder als Mythos noch als Gleichnis oder Allegorie, sondern als Bericht zu lesen: * Es werden biologische, astronomische und anthropologische Sachaussagen in lehrhafter Form dargelegt. * Für die physikalisch genannten Zeiteinheiten „Tag“ und „Jahr“ werden - wie auch in der modernen Meßtechnik üblich - die zugehörigen Meßmethoden genannt (l. Mo 1,14) * In den Zehn Geboten begründet Gott die sechs Arbeitstage und den Ruhetag mit seinem im Schöpfungsbericht beschriebenen Handeln in gleicher Zeitdauer (2. Mo 20,8-11). * JESUS bezieht sich im NT wiederholt auf Fakten der Schöpfung (z. B. Mt 19, 4-5). * Nirgends gibt die Bibel bei Bezügen zur Schöpfung einen Hinweis darauf, daß der Schöpfungsbericht anders zu lesen ist denn als Bericht. An diesen Grundpositionen des von JESUS, den Propheten und Aposteln vertretenen Schriftverständnisses rüttelt die theistische Evolutionslehre mit aller Vehemenz. Die biblisch bezeugten Geschehnisse werden zu mythischen Sprachbildern verzerrt, und der wort- und sinngetreue Umgang mit der Botschaft der Bibel wird geradezu als Greuel und Aberglaube empfunden. In diesem Sinne schreibt H. v. Ditfurth [D3, 295-296]: „Die wörtliche Bedeutung der mythischen Sprachbilder, mit denen die Theologen ihre Botschaft weitergeben, hatte mit dem Inhalt der Botschaft von allem Anfang an am allerwenigsten zu tun. Sie galt nicht einmal in jener Zeit vor 2000 Jahren, in der diese Bilder als Ausdruck lebendigen Glaubens entstanden… Das liegt heute zwei Jahrtausende zurück. Für uns gilt das nicht mehr. Mit dem damaligen kulturellen Umfeld, dem zur Zeit von Christi Geburt erlebten Weltbild und dem Selbstverständnis der jüdisch-römischen Gesellschaft sind auch die semanti-schen >Obertöne< der damals geprägten mythologischen Formeln seit langem verschollen… Das, was wir heute vor uns haben, ist nur noch das Skelett, das nackte Gerüst der Wörter und Sätze. Sie erfüllen uns dann als das Echo der Zeit, aus der sie stammen, mit Respekt und Ehrfurcht. Der Umfang der Bedeutungen aber, die Tiefe des Sinnes, der sich einst mit ihnen verband, ist ihnen längst abhanden gekommen … Wenn mythologische Aussagen aber auf ihren bloßen Wortsinn reduziert werden, dann gerinnen sie zum Aberglauben.“ Vertreter der theistischen Evolution gibt es in der Spannweite kritischer Theologie und Philosophie (z. B.C. Westermann, G. Altner, C. F. v. Weizsäcker, T. de Chardin) bis hin zu evangelikal orientierten Autoren (J. Illies, H. Rohrbach). Bibeltreue Auffassungen werden in ihren Publikationen i. a. als „unverbesserlich“ und „fundamentalistisch“ diffamiert (z. B. J. Illies [13, 43], H. v. Ditfurth [D3, 306]). Das Festhalten an den Gedankengängen der theistischen Evolutionslehre führt zur Preisgabe zentraler biblischer Aussagen und damit zum Ungehorsam gegenüber Gott. Die Bibel warnt vor einem solchen Verhalten: 1. Sam 15,23: „Weil du nun des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen.“ Apg 13,46: „Nun ihr es (= das Wort Gottes) aber von euch stoßet, achtet ihr euch selbst nicht wert des ewigen Lebens.“ 8.2 Gefahr Nr 2: Die Verdrehung des Wesens GottesJESUS zeigt uns Gott als den Vater im Himmel, der absolut vollkommen ist (Mt 5,48), und der Engel bekundet: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth“ (Jes 6,3). Gott ist allmächtig (1. Mo 17,1); er ist der „Vater des Lichts, bei welchem keine Veränderung noch Wechsel ist“ (Jak 1,17). Der 1. Johannesbrief nennt drei grundlegende Wesensarten Gottes: - Gott ist Liebe (1. Joh 4,16) - Gott ist Licht (1. Joh l,5) - Gott ist Leben (Ps 36,10; 1. Joh 1,1-2). JESUS ist als der Sohn Gottes der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (l. Joh5,20). „Durch ihn hat Gott auch die Welt gemacht“ (Hebr 1,2). Er ist „sanftmütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29), und „in ihm ist keine Sünde“ (1. Joh 3,5). Wenn ein Gott mit solcher Wesensart etwas schafft, dann kann das Ergebnis nur lauten: „Seine Werke sind vollkommen“ (5. Mo 32,4) oder „Und siehe da, es war sehr gut“ (1. Mo 1,31). Wenn der Darwinismus als Prinzip der Lebensentstehung „the survival of the finest“ nennt, d.h. der am besten Angepaßte setzt sich durch, das Überlegenere gewinnt im Kampf ums Dasein, das Unangepaßte wird ausgemerzt, dann wird damit eine Methode genannt, die dem Wesen JESU als Schöpfer völlig widerspricht. Nach der Entwicklungslehre werden alle Fortschritte der Evolution mit Leiden und Tod erkauft, die Verbesserung der Arten geht - wie es C. F. v. Weizsäcker formulierte -“über die Leichen der Individuen“. Hans Sachsse stellt bedauernd und anklagend fest [HT52. 51]: „Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, daß alles nicht so ist, wie es sein sollte. Mit welch ungeheurem Ausmaß an Schmerz und Leid bahnt sich die Entwicklung ihren Weg. Was wir an der Evolution wahrnehmen, ist nicht nur wunderbar, sondern auch grausam. Der Tod ist die Strategie der Evolution zur Steigerung der Lebendigkeit.“ Die biblisch bezeugten Wesensarten Gottes werden ins Gegenteil verdreht, wenn ihm Tod und Grausamkeit als Schöpfungsprinzipien unterstellt werden. Der Theologe und Vertreter der theistischen Evolution, Wolfgang Böhme, geht sogar so weit, daß er die Sünde zum notwendigen Evolutionsfaktor verharmlost [HT57, 89-90 (HT = Herrenalber Texte)]: „Ist Sünde nicht eher marginal, eine Erscheinung am Rande des großen Prozesses der Evolution, vielleicht sogar eine notwendige Erscheinung, wenn die Entwicklung voranschreiten soll? Die Natur sündigt nicht. Kann der Mensch sündigen, wenn er doch nur ihr Produkt, ein Glied in der Kette ihrer Hervorbringungen ist, von Erde >genommen<, zu der er wieder werden muß? Teilhard de Chardin meinte, daß Sünde den Evolutionsprozeß mit Notwendigkeit begleite, daß sie das >Risiko< und der >Schatten< sei, den alle Schöpfung mit sich bringe… Der Mythos vom Sündenfall steht am Anfang der Bibel.“ Bei dieser Denkweise ist nur noch ein winziger Schritt nötig, um Gott in völliger Selbstüberschätzung anzuklagen: „Wie kann… Gott dafür entschuldigt werden, daß er eine Welt geschaffen hat, die von allem Anfang an erfüllt ist mit Leiden jeder nur denkbaren Art - Schmerzen und Angst und Krankheit? Wie kommt das Böse in die Welt, wenn die Welt eine Schöpfung Gottes ist? …jeder gläubige Mensch muß mit der Frage fertig werden, wie die Unvollkommenheit der Welt mit der Allmacht Gottes in Einklang zu bringen ist“ (H. v. Ditfurth [D3, 145]). Die obigen Zitate haben folgende antibiblische Auswirkungen der theistischen Evolutionslehre deutlich werden lassen: * sie vermittelt eine falsche Vorstellung von Gott und von CHRISTUS * sie stellt Gott als unvollkommen dar * sie unterstellt dem Schöpfer Tod und Grausamkeit als Schöpfungsprinzipien * sie unterstellt, daß der heilige Gott die Sünde benutzt hat, um Leben zu schaffen * sie verharmlost die Sünde als notwendigen Evolutionsfaktor und läßt damit das Erlösungswerk JESU CHRISTI als einzige Rettungsmöglichkeit des Menschen (fast) absurd erscheinen * sie sieht den Sündenfall als Mythos statt als Realität und gelangt darum zu einer falschen Deutung von Tod und Leid in dieser Welt. 8.3 Gefahr Nr. 3: Der Verlust des Schlüssels, um Gott zu findenDie Bibel beschreibt den Menschen nach dem Sündenfall als ein in der Sünde durch und durch verstricktes Wesen: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich“ (Rom 7,19). Nur wer diese Tatsache begriffen hat, stellt die konsequente Frage: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen?“ (Rom 7.24). So sucht auch nur der Mensch, der sich in seiner Sünde und Verlorenheit begriffen hat, den Retter. JESUS brachte den Grund seiner Sendung in diese Welt auf die kurze Formel: „Des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist“ (Mt 18,11). Allein als Sünder findet man den Zugang zu Gott: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir“ (Lk 15,21). Wer seine Sünde unter dem Kreuz JESU abgeladen hat, kann befreit ausrufen: „Ich danke Gott durch JESUS CHRISTUS, unseren Herrn!“ (Rom 7,25). Die Evolution kennt keine Sünde im biblischen Sinne der Zielverfehlung (gegenüber Gott). Sie macht die Sünde namenlos und tut damit genau das Gegenteil von dem, was der Heilige Geist tut, der „die Sünde sündig macht“. /. Illies deutet die Aggression als das Schwungrad, das die Evolution wesentlich in Gang gebracht hat. Der Faustkeil als wirksames Aggressionsinstrument wird für ihn zum Beleg der Menschwerdung. Hans Mohr sieht in Mord, Haß und Aggression die „Eierschalen der Evolution“ (siehe EW9), die eine notwendige Voraussetzung waren, um den Menschen überhaupt hervorzubringen. Bei solcher Deutung der Sünde hat man den Schlüssel verloren, um Gott zu finden. Nach der Bibel aber gilt: „Alles Unrecht ist Sünde“ (1. Joh 5,17), und ohne die Inanspruchnahme der Vergebung durch den Sohn Gottes „sind wir noch in unseren Sünden“ (1. Kor 15,17). Das Festhalten an der Evolutionslehre verdeckt das Wesen der Sünde und führt damit den Menschen in die Irre: „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1. Joh 1,8). Menschen mit dieser Ansicht sagte JESUS einmal: „Ihr werdet sterben in euren Sünden“ (Joh 8,24). Halten wir fest: Eine theistische Evolution findet keinerlei Halt in der Bibel. 8.4 Gefahr Nr. 4: Die Menschwerdung Gottes wird relativiertDie Menschwerdung Gottes in seinem Sohn JESUS CHRISTUS gehört zu den Grundlehren der biblischen Botschaft. Der Apostel Johannes bezeugt: „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh 1,14). Obwohl er in göttlicher Gestalt war, „entäußerte er sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden“ (Phil 2.7). Seine Menschwerdung brachte uns die Erlösung. So wurde er zum einzigen „Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch CHRISTUS JESUS“ (1. Tim 2,5). Der Evolutionsgedanke nun entleert dieses Fundament unserer Erlösung. Hoimar v. Ditfurth geht auf die Unvereinbarkeit der Menschwerdung JESU mit dem Evolutionsdenken ein: „Die evolutionistische Betrachtung zwingt uns nun unvermeidlich auch zu einer kritischen Überprüfung… christlicher Formulierungen. Dies gilt offensichtlich etwa für den zentralen christlichen Begriff der >Menschwerdung< Gottes… Die Absolutheit, die dem Ereignis von Bethlehem im bisherigen christlichen Verständnis zugemessen wird, steht im Widerspruch zu der Identifikation des Mannes, der dieses Ereignis personifiziert (= JESUS), mit dem Menschen in der Gestalt des Homo sapiens… Ich sehe nicht, wie sich der Widerspruch (zwischen Evolution und Menschwerdung JESU) anders beseitigen ließe als durch das Zugeständnis einer grundsätzlichen historischen Relativierbarkeit auch der Person Jesus Christus.“[6] Von Ditfurth führt weiter aus, daß JESUS kein universaler Mittler zwischen Gott und den Menschen sein könne, weil weder der Neandertaler (als mutmaßlicher Vorfahre des Menschen gedacht) noch unsere potentiellen Nachfahren JESUS verstehen konnten bzw. verstehen werden. Hieran wird offenkundig, auf welch gravierenden Substanzverlust sich die theistische Evolutionslehre eingelassen hat. Die Bibel gebietet uns, die Geister zu prüfen, ob sie von Gott sind. Der uns in 1. Johannes 4. 2-3 gegebene Maßstab hilft uns hier, die theistische Evolution einzuschätzen: „Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß JESUS CHRISTUS ist im Fleisch gekommen, der ist von Gott: und ein jeglicher Geist, der JESUS nicht bekennt, ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehört, daß er kommen werde.“ 8.5 Gefahr Nr. 5: Die Relativierung des Erlösungswerkes JESUDie Sünde in dieser Welt hat ihre Ursache in dem real stattgefundenen Sündenfall des ersten Menschen, von wo aus sie zu allen anderen gelangt ist: „Derhalben wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. Gleichwohl herrschte der Tod von Adam an“ (Rom 5,12-13). Auch im NT wird Adam ausdrücklich als der erste Mensch genannt (1. Kor 15,45; 1. Tim 2,13). Die theistische Evolutionslehre erkennt Adam weder als den ersten Menschen noch als einen direkt von Gott Geschaffenen an, sondern deutet die Schöpfungsgeschichte lediglich als eine mythische Erzählung. Damit relativiert sie in gleichem Maße das Erlösungswerk JESU, denn der Sünder Adam und der Retter JESUS stehen nach biblischer Lehre in gleichem Realitätsbezug: „Denn das Urteil hat aus des einen (= Adam) Sünde geführt zur Verdammnis; die Gnade aber hilft aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit. Denn wenn um des einen Sünde willen der Tod geherrscht hat durch den einen, wieviel mehr werden die, welche empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben durch den einen, JESUS CHRISTUS. Wie durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung zum Leben für alle Menschen gekommen“ (Rom 5,16-18). Wer Adam nur mythisch, also nicht als echte historische Person ansieht, kann das Erlösungswerk JESU konsequenterweise auch nicht als realistisch akzeptieren. Nur so ist es zu verstehen, wenn E. Jantsch behauptet [Jl, 412]: „Die Menschheit wird nicht von einem Gott erlöst, sondern aus sich selbst heraus.“ Damit verdeckt die theistische Evolution „das helle Licht des Evangeliums“ (2. Kor 4,4), durch das allein die Rettung des Menschen erwirkt wird. 8.6 Gefahr Nr. 6: Gott wird zum Lückenbüßer unverstandener PhänomeneNach biblischer Lehre ist Gott der Urheber aller Dinge: „So haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn JESUS CHRISTUS, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn“ (1. Kor 8,6). Gott schuf also durch CHRISTUS, wie es andere Textstellen noch ausführlicher belegen (Joh 1,3; Kol l ,15-17; Hebr l ,3). Unabhängig davon, ob wir die naturwissenschaftlichen Detailaspekte der vorhandenen Schöpfung aus der Sicht von Physik, Chemie, Biologie, Astronomie, Physiologie oder Informatik verstanden haben oder nicht, sie sind allemal sein Werk und seine Idee (Kol 2,3). Wer in dem gelungenen Buchtitel „Der Jahrhundertirrtum“ von J. Illies eine Absage an den Darwinismus zugunsten des biblischen Schöpfungsberichtes erwartet, wird (merkwürdigerweise!) durch ein festes Bekenntnis zur Evolution enttäuscht [14, 188]: „Die Evolutionslehre selbst ist so wenig eine Theorie wie die Lehre von den Gebirgen und Meeren dieser Erde … Der Wandel der Tier- und Pflanzenwelt im Laufe erdgeschichtlicher Epochen, in dem immer höhere Gestalten, schließlich der Mensch selbst sich im Strom einer ununterbrochenen Kette von Generationen entwickelte, ist für den biologischen Fachmann[7] ebenso sichtbare Tatsache wie die Existenz von Bergen und Meeren für den Geographen.“ Evolution wird also als Faktum angesehen. Illies erkennt aber, daß die Evolutionsfaktoren Mutation, Selektion und Isolation nicht ausreichen, um die Artgrenzen zu überschreiten: „Niemand - selbst wenn ihm viele Jahrmillionen dafür zur Verfügung stünden - kann Erbsen und Linsen so sieben, daß Bohnen entstehen“ (S.57). Nun ist für die theistische Evolutionslehre der Punkt erreicht, wo Gott eingeschaltet wird. Lautet die Formel der Evolutionslehre in ihrer atheistischen Grundform: Evolution = Materie + Evolutionsfaktoren (Zufall und Notwendigkeit + Mutation + Selektion + Isolation + Tod) + sehr lange Zeiten, so kommt bei der theistischen Variante noch Gott dazu: Theistische Evolution = Materie + Evolutionsfaktoren (Zufall und Notwendigkeit + Mutation + Selektion + Isolation + Tod) + sehr lange Zeiten + Gott Gott ist im theistischen Evolutionssystem nicht der allmächtige Herr über alle Dinge, den man in seinem Wort ernst zu nehmen hat, sondern er wird in die Evolutionsphilosophie mit integriert. Als Wirkraum bleibt für ihn jener Teil übrig, den die Evolutionslehre mit ihren Mitteln nicht erklären kann. So wird er zum Lückenbüßer jener Phänomene, für die es noch keine Deutung gibt. In einem solchen Denkgebäude wird mit zunehmendem Kenntnisstand die „Wohnungsnot Gottes“ - wie es E. Haeckel nannte - ständig größer. Die Abweichungen der Gottesvorstellung vom biblischen Zeugnis sind in der theistischen Evolutionslehre z. T. sehr erheblich. Bei E. Jantsch finden wir einen Gott vor, der selbst Evolution ist: „Hans Jonas hat dieser evolutionären Gottesidee den vielleicht großartigsten Ausdruck verliehen in seinem Gedanken, daß Gott sich in einer Abfolge von Evolutionen immer wieder selbst aufgibt, sich in ihr transformiert mit allen Risiken, die Unbestimmtheit und freier Wille im Spiel evolutionärer Prozesse mit sich bringen. Gott ist also nicht absolut, sondern er evolviert selbst - er ist Evolution.“[8] Hieran wird deutlich: Alle selbstgemachten Bilder von Gott, die da heißen: der „Gott der Evolution“, der „Gott der Philosophen“ oder der „Gott der Physiker“ sind von Grund auf falsch. Hier bekommt das Gebot des lebendigen Gottes der Bibel, des Vaters JESU CHRISTI, Bedeutung: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (2. Mo 20,3). 8.7 Gefahr Nr. 7: Der Verlust des biblischen ZeitmaßstabesDie Bibel liefert uns bezüglich der Zeitachse, auf der die Weltgeschichte abläuft, zwar keine in Einheiten der Atomuhr fixierbaren Daten, dennoch gehören folgende Fakten zeitlicher Abläufe zum grundlegenden biblischen Verständnis: -_ Die Zeitachse ist nicht in Richtung Vergangenheit oder Zukunft beliebig verlängerbar. Sie hat einen definierten Anfangspunkt, den 1. Mose 1,1 markiert, und ebenso einen Endpunkt (Offb 10,6), bei dem die Existenz des physikalischen Phänomens Zeit aufhört (ausführlicher in [G5, 23-31]). -_ Die Erde und alle sonstigen Gestirne sind - bis auf die Differenz dreier Schöpfungstage - gleich alt. -_ Die gesamte Dauer des Schöpfungsaktes umfaßt sechs Tage (2. Mo 20,11). -_ Das Alter der Schöpfung ist anhand der in der Bibel konsequent aufgezeichneten Stammbäume abschätzbar (Achtung: Nicht exakt berechenbar). Die Größenordnung liegt danach bei einigen tausend Jahren, in keinem Falle aber im Bereich von Jahrmillionen oder gar Jahrmilliarden. -_ Auf den markantesten Punkt der bisherigen Weltgeschichte weist uns Galater 4,4 hin: „Als aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn.“ Dieses Ereignis des ersten Kommens JESU liegt fast 2000 Jahre zurück. -_ Mit Pfingsten ist die letzte Phase der Weltgeschichte (Apg 2,17) eingeläutet, die ihren Abschluß in der Wiederkunft JESU findet. -_ Das Kommen JESU in Macht und Herrlichkeit ist das große uns bevorstehende und erwartete Ereignis. Das genaue Datum ist uns versagt, denn „der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht“ (1. Thess 5,2). JESUS selbst aber hat uns markante Zeichen genannt (Mt 24), die auf die Zeit seines bevorstehenden Kommens hinweisen, so daß wir heute in einer Naherwartung stehen wie nie zuvor. Die von der Evolutionslehre angesetzten Zeiten in Vergangenheit (vgl. EW10) und Zukunft (vgl. EW11) relativieren die Zeitmaßstäbe der Bibel ebenso wie die angezeigten Ereignisse des Endes. Während die Bibel unseren Blick auf den kommenden Herrn und die zeitliche Begrenzung dieser Welt (d. h. ihre Vergänglichkeit) richtet, glauben die Anhänger der Evolutionslehre an eine evolutive Weltvollendung, die bei Hoimar v. Ditfurth als Jenseits uminterpretiert wird: „Die von Theologen unbeirrt vorgetragene Behauptung, daß das Reich Gottes >jenseits< dieser Welt liege, schien auf einen Ort zu verweisen, für den sich kein Platz mehr finden ließ. In einer noch werdenden, ihrer Vollendung durch Evolution erst noch entgegengehenden Welt ergeben sich ganz andere Voraussetzungen. Die Tatsache der Evolution hat uns die Augen dafür geöffnet, daß die Realität dort nicht enden kann, wo die von uns erlebte Wirklichkeit zu Ende ist. Nicht die Philosophie, nicht die klassische Erkenntnistheorie, die Evolution erst zwingt uns zur Anerkennung einer den Erkenntnishorizont unserer Entwicklungsstufe unermeßlich übersteigenden >weltimmanenten Transzendenz<.“[9] Das evolutive Denken in langen Zeiträumen hat zu einer Verunsicherung bis in evangelikale Kreise hinein geführt. Wie anders ist es zu verstehen, wenn der Theologe Hansjörg Bräumer zunächst seine Position klar markiert [B5, 32] „Für jeden, der sich für eine Wissenschaft mit Gott entscheidet, sind die Grundmotive des Denkens festgelegt“, dann aber einige Seiten später schreibt (S. 44): „Es tut daher dem Schöpfungsbericht keinen Abbruch, die Schöpfung in Rhythmen von Jahrmillionen zu sehen.“ Die Vertreter der theistischen Evolution verleiten mit ihrer Lehre zu einem Verlust der biblisch gegebenen Zeitmaßstäbe. Leider ist zu beobachten, daß diese Autoren mit Pünktlichkeit den irischen Bischof J. Ussher zitieren, nach dessen Berechnungen die Welt im Jahre 4004 v. Chr. erschaffen sein soll. Damit der Leser von der Lächerlichkeit solcher Vorgehensweise auch wirklich überzeugt wird, folgt der nun alles belegende Nachsatz seines Zeitgenossen J. Lightfoot: „Es soll am 23. Oktober morgens 9.00 Uhr gewesen sein.“ Damit versucht man sich leider biblischer Zeitmaßstäbe grundsätzlich zu entledigen. Ussher ist zwar insofern zuzustimmen, wenn er von biblischen Stammbäumen ausgeht; jedoch hat er mit seiner Präzision einer definierten Jahreszahl über den gegebenen Rahmen biblischer Zeitgebung in eigenem Ermessen hinauskalkuliert. Das evolutive Zeitdenken, für das es keine physikalische Begründung gibt (ausführlich behandelt in [S2]), kann zu zwei Irrwegen verführen: 1. Die Bibel wird nicht in all ihren Aussagen ernst genommen. Damit versagen wir Gott jenes Vertrauen, das die Grundlage des Verhältnisses des Gläubigen zu Gott bildet (Hebr 10,35). Daß wir Gott die Schöpfung in sechs Tagen zutrauen, ist sicherlich nicht heilsnotwendig, aber das Festhalten auch an dieser Aussage wird zum Testfall eines bibeltreuen Schriftverständnisses. 2. Die gebotene Wachsamkeit im Blick auf die Wiederkunft JESU kann verlorengehen. Die Bibel warnt vor solchen Leuten, die uns direkt oder indirekt sagen „Wo bleibt die Verheißung seines Kommens?“ und uns glauben machen, „es bleibt alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist“ (2. Petr3,4). 8.8 Gefahr Nr. 8: Die Fehldeutung der WirklichkeitIn evolutionistischen Publikationen fallen ständig wiederkehrende Sätze auf, die uns aufhorchen lassen sollten: -_ „Kein seriöser Biologe bezweifelt die Evolution.“[10] -_ „Noch nie hat sich eine von einem einzigen Manne aufgestellte Lehre … so wahr erwiesen wie die Abstammungslehre von Charles Darwin.“[11] Warum hat die Evolutionslehre es nötig, mit solchen Beteuerungsformeln zu arbeiten? In Fachpublikationen der Physik, der Chemie oder der Informatik wird man solche Glaubensbekenntnisse vergeblich suchen. Vielmehr ist man dazu geneigt, die abgeleiteten Ergebnisse mit allem Vorbehalt zu kommentieren. Trifft bei der Evolutionsphilosophie nicht eher das Wort Nietzsches zu: „Überzeugungen sind schlimmere Feinde der Wahrheit als Lügen.“? Eine wissenschaftstheoretische Analyse gemäß den Sätzen Wl bis W10 führt bei der >Evolutionstheorie< zu dem Ergebnis, daß sie den Rang einer wissenschaftlichen Theorie nicht besitzt. Einige Beispiele sollen diese Aussage verdeutlichen: -_ Es ist nie ein Prozeß in der Natur beobachtet worden, wonach Information in der Materie von selbst entsteht. Auch durch die aufwendigsten Experimente ist so etwas nicht möglich (Verletzung von Satz W10). -_ Es ist nie der Übergang von einem Grundtyp zu einem anderen beobachtet worden (Verletzung von Satz W10). -_ Die von M. Eigen entworfene „Theorie“ des Hyperzyklus zur Erklärung der anfänglichen Lebensentstehung ist nie im Experiment bestätigt worden. Damit hat dieses Gedankensystem noch nicht einmal den Rang einer Theorie (vgl. Satz W7 und W10), geschweige denn eines Realitätsbezugs. -_ Die vielzitierten Zwischenglieder als Übergangsformen sind nie gefunden worden. Alle fossilen Zeugen repräsentieren fertige, vollendete Lebewesen. Wie auch an den behandelten wissenschaftlichen Einwänden (EW1 bis EW20) deutlich wurde, liefert die Evolutionslehre nicht das, was sie zu leisten vorgibt. So fragt man sich zu Recht, warum daran mit solcher Selbstverständlichkeit geglaubt wird, während man den Schöpfungsbericht der Bibel als Mythos leichtfertig beiseite schiebt, wie es z. B. bei Dawkins geschieht [D2, 372]: „Die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist lediglich der Mythos, der zufällig von einem bestimmten nahöstlichen Hirtenvolk übernommen wurde. Sie hat keinen anderen oder bedeutenderen Status als der Glaube eines bestimmten westafrikanischen Stammes, daß die Welt aus Ameisenexkrementen geschaffen wurde.“ Daß Dawkins auch nicht ohne Glaubensvorentscheidung auskommt, wird deutlich, wenn er erklärt (S. 337): „Wenn ich recht habe, bedeutet das, daß es - selbst wenn es keine tatsächlichen Beweise zugunsten der Darwinschen Theorie gäbe - immer noch gerechtfertigt wäre, ihr vor allen rivalisierenden Theorien den Vorzug zu geben.“ Ist die Evolutionsdenkweise falsch - und darauf haben wir mehrfach mit naturwissenschaftlichen und biblischen Argumenten verwiesen -, dann arbeiten zahlreiche Wissenschaften auf falscher Basis: sie gelangen immer dann zur Fehldeutung der Wirklichkeit, wenn die Evolution gedanklich mit eingeht. Ist die biblische Schöpfungslehre wahr, so können wir von dort ausgehend, eine auf Wahrheit gegründete und damit bessere Wissenschaft betreiben. Schöpfungsforschung ist darum aus folgenden Gründen geboten: -_ Die erarbeiteten Theorien gehen von Basissätzen aus, die der Bibel entlehnt sind und darum a priori als wahr geglaubt werden. -_ Wir werden wegen dieser Wahrheitsbasis in all jenen Bereichen, wo biblische Bezüge uns unverzichtbare Grundinformationen liefern (z. B. Sündenfall, Sintflut, Menschenbild) , nicht nur eine bessere, sondern eine überhaupt richtige Wissenschaft treiben können. -_ Die im Rahmen der Schöpfungsforschung gefundenen Ergebnisse werden mit den Grundaussagen der Bibel in Einklang stehen. Das führt in der Rückkopplung zur Festigung des bibeltreuen Schriftverständnisses. -_ Wenn wir an naturwissenschaftlichen Beispielen vermehrt zeigen können, daß der Bibel gerade an der Stelle, wo sie von vielen Zeitgenossen am meisten in Frage gestellt wird, volles Vertrauen gebührt, so darf mit der gleichen Gewißheit den Heilsaussagen geglaubt werden. -_ Hinter und in allen Werken ersehen wir die Kraft und die Weisheit Gottes (Rom 1,20; Kol 2,3). -_ Forschung bereitet Freude: „Groß sind die Werke des Herrn; wer sie erforscht, der hat Freude daran“ (Ps 111,2). 8.9 Gefahr Nr. 9: Der Verlust des SchöpfungsdenkensWir müssen deutlich unterscheiden zwischen der Erforschung der jetzt vorliegenden Schöpfung und dem Nachdenken darüber, wie diese Schöpfung entstanden ist. Während die jetzige Schöpfung mit dem Instrumentarium naturwissenschaftlicher Forschung (Messen und Wägen, Beobachtung, Experiment) unter Beachtung der genannten Basissätze der Schöpfungslehre untersucht werden kann, ist dies für die Zeit der Erschaffung (sechs Tage) selbst grundsätzlich nicht möglich (siehe Basissatz S6). Ebenso wie wir eine fertige Maschine hinsichtlich ihrer Funktion, ihrer Effektivität, der realisierten Konstruktionsprinzipien und verwendeten Werkstoffe mit ingenieurmäßigem Wissen untersuchen können, so lassen sich die meisten Fragen ihrer Entstehung (z. B. Herkunftsland, Person des Konstrukteurs, Hintergründe der Konstruktionsidee) nicht am fertigen Produkt ablesen. Nur der Hersteller selbst kann hinreichende und zutreffende Information darüber liefern. Wieviel mehr gilt dies für den Erschaffungsvorgang aller Schöpfungswerke. In die Schöpfungswoche selbst können wir mit dem Verständnis unserer Naturgesetze nicht hineinextrapolieren, da diese hier erst „Zug um Zug“ geschaffen wurden. Die Bibel lehrt uns einige Prinzipien des Erschaffungshandelns, die für das Schöpfungsdenken unverzichtbar sind: -_ Alles augenblicklich Erschaffene würden wir aus der Sicht unserer jetzigen Erfahrung mit einem jeweils unterschiedlichen Alter verbinden: __ • Adam würden wir vielleicht als einen 20jährigen Mann einschätzen __ • Eine Sonnenblume empfänden wir als dreimonatiges Gewächs __ • Die hohen Bäume in Eden hielten wir für SOjährig __ • Dem Andromedanebel würden wir wegen seiner Entfernung
sogar ein Alter von __ Es ist hier nicht so, daß uns Gott mit diesem Altersanschein täuschen will, vielmehr bringen wir selbst mit unserer jetzigen Denkweise diese Altersspannen hinein. -_ Gott schafft Materie ohne Ausgangssubstanz. Keines unserer jetzigen Naturgesetze könnte das erklären. -_ Gott schuf zuerst die Erde und am vierten Schöpfungstag den Mond als Trabanten, das zugehörige Sonnensystem, die zugehörige Milchstraße und alle sonstigen Gestirne des Universums. Mit Hilfe unserer jetzt gültigen Gravitationsgesetze und Keplerschen Gesetze ist ihre Entstehung nicht erklärbar. Bei der Evolutionsdenkweise hingegen glaubt man, gerade auch die Entstehungsvorgänge mit Hilfe der Naturgesetze erklären zu können (siehe Basissatz E4). Dies ist vom biblischen Ansatz her nicht möglich. Die theistische Evolutionsdenkweise ignoriert die biblischen Schöpfungsprinzipien, und trägt dafür evolutives Gedankengut in die Bibel hinein. Dadurch wird das Allmachtshandeln Gottes letztlich verneint. In unserer Zeit gewinnt der Text aus Sirach 18, 1-7 (Gute Nachricht 1982) eine besondere Aktualität: „Er, der ewig lebt, hat alles geschaffen, ausnahmslos alles! Der Herr allein behält am Ende recht. Keinem hat er die Fähigkeit verliehen, seine Taten hinreichend zu schildern; keiner kann seine ganze Größe erforschen. Wer kann seine gewaltige Macht ermessen? Wer kann alle Erweise seines Erbarmens aufzählen? Man kann nichts davon wegnehmen, man kann auch nichts hinzufügen. Es ist unmöglich, die Wunder des Herrn zu ergründen. Wenn einer meint, er sei am Ende mit seinem Bericht, dann ist er noch ganz am Anfang. Und wenn er aufhört, dann nur, weil er nicht mehr weiter weiß.“ 8.10 Gefahr Nr. 10: Das Ziel wird verpaßtWir kommen auch bei der Frage des Zieles zu einem gewichtigen Unterschied zwischen biblischem und evolutivem Denken. In keinem Buch der Weltgeschichte finden wir so viele und so hochwertige Zielsetzungen für den Menschen wie in der Bibel. Einige Beispiele sollen diesen Aspekt ins Blickfeld rücken: 1. Wir Menschen sind das göttliche Ziel der Schöpfung: „Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn“ (1. Mo 1,27). 2. Wir Menschen sind das Ziel der göttlichen Liebe: „Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“ (Jer 31,3). 3. Wir Menschen sind das Ziel der göttlichen Erlösung: „Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes53,5). 4. Wir Menschen sind das Ziel der Sendung des Sohnes Gottes: „Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, daß Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen“ (1. Joh 4,9). 5. Wir sind das Ziel des göttlichen Erbes: „Auf daß wir durch desselben Gnade gerecht werden und Erben seien des ewigen Lebens“ (Tit 3,7). 6. Wir Menschen haben den Himmel als vorgegebenes Ziel: „Unsere Heimat aber ist im Himmel“ (Phil 3,20). Im Evolutionssystem hingegen ist kaum etwas anderes so verpönt wie die Zielhaftigkeit. Es gibt weder einen Plan noch ein Ziel (siehe Basissatz E8): „Es gibt keine aus der Zukunft wirkenden Ursachen und damit kein im voraus festliegendes Ziel der Evolution“ (H. v. Ditfurth). Ebenso äußert sich der DDR-Biologe Heinz Penzlin [P2, 19]: „Niemals verlaufen die Anpassungen in der Evolution aufgrund eines Programms zielgerichtet, deshalb können sie auch nicht als teleonomisch bezeichnet werden.“ In einer umfassenden Übersichtsarbeit hat Penzlin gezeigt, wie die Evolutionslehre vor dem Problem steht, die Zweckmäßigkeit in der organismischen Welt ohne die „Annahme eines Weltschöpfers und Weltbaumeisters zu erklären“ und ohne dabei die Zweckmäßigkeit selbst leugnen zu müssen. Welch ein merkwürdiges und widersprüchliches Unterfangen (vgl. Rom 1,19-20)! Karl Marx schrieb 1861 an Ferdinand Lassalle, daß durch das Werk Darwins der Teleologie in der Naturwissenschaft der Todesstoß versetzt wurde [P2, 9]. Penzlin möchte in der Biologie das Wort „Ideologisch“ so umdeuten, daß darunter nicht mehr etwas „Zielintendiertes“ verstanden wird. Ein anderer Vorschlag aus den Reihen der Evolutionsvertreter, nämlich von C. S. Pittendrigh, geht in Richtung eines neu zu prägenden Wortes: „Teleologie“ sollte durch „Teleonomie“ ersetzt werden, wobei letzterer Begriff nicht mehr auf Plan und Ziel bei aller erkannten Zweckmäßigkeit verweisen soll. Wenn der Mensch nicht das ausgemachte Ziel der Evolution ist - darin herrscht unter den Vertretern der Evolutionslehre Einigkeit -, dann muß sein Dasein konsequenterweise auch sinnlos sein. Diesen Aspekt hat Garsten Bresch gedanklich entfaltet [B6. 21]: „Die Natur scheint eine ziel- und sinnlose Maschinerie zu sein. Haben wir die neue geistige Freiheit mit dem Sinn unserer Existenz bezahlt? Allein steht der halbwissende Mensch, entwurzelt in der Grenzenlosigkeit eines eisigen Universums - verloren in der Kette der Generationen. Sie kamen aus dem Nichts - sie gehen ins Nichts. Wozu das Ganze? - Ist dies das ersehnte Ziel der Erkenntnis - die letzte große Antwort auf alle Fragen an die Natur? Der Mensch hat sich selbst aus der göttlichen Ordnung, aus dem Gefühl seelischer Geborgenheit >herausexperimentiert< … Er hat die Frage nach dem Sinn menschlichen Lebens zu einem Tabu gemacht - ihren Zugang einfach mit Brettern vernagelt. Er wagt nicht mehr, daran zu rühren, weil er fürchtet, die trostlose Antwort zu finden: Unser Leben hat überhaupt keinen Sinn.“ Es ist H. v. Ditfurth nicht entgangen, daß wir uns leidenschaftlich gegen die Evolutionslehre wenden [D3, 340]: „Es fällt jedenfalls auf, daß Sigmund Freud, der immerhin gelehrt hat, daß der Glaube an einen Gott in Wirklichkeit nichts anderes sei als eine Form >infantiler Wunscherfüllung<, aus den gleichen Kreisen niemals auch nur in annähernd so scharfer Form angegriffen worden ist wie der Begründer der Evolutionstheorie.“ Sieht man einmal von der falschen Behauptung ab, wir würden Darwin als Person angreifen, so hat v. Ditfurth aber darin recht, daß wir die auf Darwin zurückgehende Lehre kritisieren. Der Atheismus - gleichgültig in welchem philosophischen Gewand er auftritt -, ist als antigöttlich und antibiblisch auf Anhieb erkennbar, so daß er für Christen keine direkte Gefahr darstellt. Völlig anders verhält es sich mit jenen Ideensystemen, die nach dem Wort JESU (Mt 7,15) in „Schafskleidern“ erscheinen, sich aber als „reißende Wölfe“ entpuppen. Sie integrieren - wie die theistische Evolutionslehre - scheinbar mühelos christliches Gedankengut. Sie entleeren aber die Botschaft der Bibel und kommen als „greuliche Wölfe, die die Herde nicht verschonen“ (Apg 20, 29). JESUS bezeichnet alle Systeme, die uns dazu verleiten, nicht „zur Tür (= JESUS) in den Schafstall hineinzugehen“, als Diebe und Räuber (Joh 10,1). Wenn der Mensch nicht geplant ist, dann hat er auch kein Ziel. Wenn er auf ein ihm gesetztes Ziel nicht achtet, verpaßt er es. Aus diesem Grunde ermahnt die Bibel mehrfach: „Darum sollen wir desto mehr achthaben auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbei treiben“ (Hebr2,l). „Lasset euch von niemand das Ziel verrücken“ (Kol 2,18). „Sehet zu, daß euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf der Menschen Lehre“ (Kol 2,8). [1] z. B. Jes 1,10; Jer 7,1; Hos 4,6 [2] z. B. 2. Tim 3,16; 2. Petr 1,21 [3] Bl, 39 [4] z. B. Lk 16.17 [5] z.B. die Erschaffung des ersten Menschenpaares: Mt 19, 4-5; die weltweite Sintflut mit dem Untergang aller Landlebewesen: Mt 24, 38-39; die Jonageschichte: Mt 12,40-41 [6] D3, 21-22 [7] Verf.: aber nur, wenn er evolutionistisch denkt! [8] J l, 412 [9] 03,300-301 [10] R. Dawkins [D2,337] [11] K. Lorenz |