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Archiv der Monarchieligazuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010
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Ein Brief an den Administrator von www.monarchieliga.de und die Antwort auf diesen Brief
Sehr geehrte Damen und Herren, durch Zufall bin ich heute auf Ihrer Webseite „gelandet“ und habe mich durch diverse Texte gelesen. Leider mußte ich feststellen, daß Ihre Seite extrem tendenziös ist. Sie als „aufrechte Christen“ glauben natürlich, die absolute Wahrheit zu wissen. Doch wer weiß die schon wirklich? Jeder Mensch kann immer nur mutmaßen. Ebenso was das Thema Gerechtigkeit angeht. 100 Menschen = 100 verschiedene Ansichten darüber, was gerecht ist. Aber SIE wissen natürlich, sozusagen gottgegeben, was gerecht ist. Sie sind katholisch und somit direkt mit Gott im ständigen Dialog (Achtung! Ironie!) Ich nehme an, daß Ihr Verein zu mindestens 90 % aus Männern besteht. Sollte ich da falsch vermuten, klären Sie mich bitte auf. Aber ich kann mir bei so einem grundsätzlich-katholischen Club wie Ihrem einfach nicht vorstellen, daß überhaupt ein nennenswerter Anteil Frauen mit Ihren Ansichten konform geht. Natürlich hat die Demokratie (ich definiere sie als Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit - so hab ich’s mal gelernt. Und nicht als Herrschaft des Volkes als ganzes. Das ginge auch gar nicht, das haben sie schon richtig erkannt) auch ihre negativen Seiten. Z.B. schauen die Parteien eher danach, was sie dem Volk „verkaufen“ können - denn jede Partei möchte ja gewählt werden - und nicht so sehr danach, was an unbequemen, aber notwendigen Entscheidungen notwendig wäre. Das sieht man jetzt wieder ganz besonders im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform, mit Hartz IV usw. Ich persönlich finde die Legislaturperioden viel zu kurz. 4 Jahre reichen nicht. Es sollten mind. 6 Jahre sein, damit eine demokratisch gewählte Regierung genug Zeit hat, notwendige Reformen auf den Weg zu bringen, ohne ständig auf die Wählerstimmen schielen zu müssen. Die Demokratie (wie sie z.B. in der Bundesrepublik herrscht) ist sicher nicht das Paradies. Das gibt es nämlich gar nicht. Auf Erden schon sowieso nicht. Von allen möglichen Regierungsformen ist sie aber das optimale, das erreicht werden kann. Denn: Natürlich muß ein Volk regiert werden. ABER: Das Volk möchte aber wenigstens gefragt werden, von wem. Und durch die Stimmabgabe darüber entscheiden, WER regiert. Die Minderheit muß sich dann der Mehrheit beugen. In einer Monarchie (einer echten, so wie Sie es offensichtlich wollen, nicht eine repräsentative wie in Spanien, GB, Niederlande etc.) entscheidet aber rein die Blutsverwandtschaft der Nachkommen darüber, wer regiert. Das Volk wird nicht gefragt und hat keine Möglichkeit, einen Tyrannen z.B. abzuwählen. Und die Geschichte ist voll von Monarchen, die ihre Macht zum Schaden ihres Volkes mißbraucht haben, sei es rein aus Habgier, Machtgier, oder schlicht aus Dummheit. Und eine Zusammenfügung von Kirche (Sie meinen da wohl vor allem die katholische) und Regierung/Staat: GOTT BEWAHRE! Bitte nie wieder!!! Was bin ich froh, daß es die Aufklärung gab! Daß Deutschland kein „Gottesstaat“ ist! Mir scheint es, daß Sie vor allem über den Machtverlust der Katholischen Kirche so frustriert sind bzw. ihn noch nicht verwunden haben, daß Sie Ihre Webseiten mit so, Verzeihung, religiös-spinnerten Thesen füllen. Der Machtverlust der Kirche wurmt Sie so sehr, daß Sie .... ich höre lieber auf, möchte mich auch nicht wiederholen. Jedenfalls: Die (praktizierte) Demokratie ist die beste aller Regierungs-/Staatsformen (sehe ich so) Die Kirche/Religion darf niemals wieder wirkliche Macht bekommen. Denn das führt zu Extremismus, da es in der Natur von Religionsführern liegt, zu glauben, die absolute Wahrheit zu kennen, was zwangsläufig zu massiver Ungerechtigkeit, Verfolgung Andersdenkender und letztendlich zu Menschenrechtsverletzungen führt. Ich sage: Der Geist ist frei. Eines jeden Menschen. Jeder Mensch sollte selber seinen Glauben haben oder eben auch nicht. Oder einen anderen Glauben als den Ihren zum Beispiel. Es grenzt für mich eh an Größenwahn (aller Religionen übrigens) die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Aus diesem Grunde lehne ich eine religiös geprägte Monarchie aufs schärfste ab. Was bilden Sie sich eigentlich ein? Glauben Sie wirklich, Sie hätten das Recht, den Menschen (dem Volk, wenn Sie so wollen) einen bestimmten Glauben aufzwingen zu können? Durch eine Staatreligion, wie Sie es fordern? Sie sind größenwahnsinnig. Man kann niemandem vorschreiben, an was er zu glauben hat. Niemand kann sich selber zu einem bestimmten Glauben zwingen. Das ging noch nie und das wird nie gehen. Und deshalb kann so ein Staat, wie Sie ihn wünschen, nicht wirklich funktionieren. Oder halt durch Angst, Unterdrückung eine gewisse Zeit vielleicht. Aber wäre so was von Ihrem Gott (der ja immer so vollmundig im Wort geführt wird) wirklich gewollt? So, wie ich es gelernt habe (bin katholisch getauft, aber bereits mit 17 vollkommen frustriert aus der Kirche ausgetreten), wäre gerade so ein Staat z.B. gegen Jesus’ Grundsätze. Oder habe ich da was grundlegendes falsch verstanden? Kann ja sein. Ich maße mir ja nicht an, alles zu wissen. Ich erhebe keinen Anspruch auf Weisheit, die ich anderen aufdrücken muss. Aber ok, ich möchte nicht zu ausufernd werden. Nur noch 2 Hinweise: 1. Das, was Sie von Harald Schmidt über sein angebliches Bekenntnis zur Monarchie zitieren: Sind Sie so blind?!! Herr Schmidt ist Satiriker. Offensichtlich haben Sie den Sarkasmus, die Ironie in seinen Worten nicht bemerkt. Hahahaha, darüber habe ich herzhaft gelacht - und gleichzeitig den Kopf geschüttelt über soviel Einfältigkeit. 2. Das Umfrage-Ergebnis bezüglich des Wunsches nach einer Monarchie in Deutschland - die Umfrage im Zusammenhang mit der Hochzeit am spanischen Königshof: Die befragten Bürger meinten sicherlich eine repräsentative Monarchie, eben wie in Spanien, GB, Niederlande, Norwegen, Schweden usw. Also was für die Klatschspalten, was romantisches. Sie können mir nicht weismachen, daß die befragten Bürger die Frage so verstanden haben, ob sie eine Monarchie als Machtausübung, einen wirklich alleinherrschenden König oder Kaiser haben wollen. Deshalb finde ich es übelste Irreführung, wie Sie dieses Umfrageergebnis darstellen! So was nenne ich Volksverarschung (mit Verlaub). Glücklicherweise lässt sich das Volk aber nicht soooo leicht verarschen (nochmals mit Verlaub ob meiner Ausdrucksweise). Ach so! Noch was. Ich finde es unfaßbar arrogant, die Leute, die z.B. in den 60ern gegen den Vietnamkrieg demonstriert haben, einfach als infantile Dummköpfe hinzustellen bzw. den Text aus dem Buch über die 68er so abzudrucken. Überhaupt ist ihre Scharfmacherei gegen alle Andersdenkenden in meinen Augen ein Warnhinweis dafür, daß gerade die Religion, sei es christlich oder wie auch immer, NIEMALS Macht erhalten darf. Dann hätten wir wirklich die Hölle auf Erden. Dann würden in einem christlichen Gottesstaat nach Ihrer Vorstellung die gleichen Greuel, der gleiche Machtmißbrauch, die gleiche Unmenschlichkeit herrschen wie z.B. unter den Taliban in Afghanistan, oder unter den Ajatollahs im Iran oder wie zu Zeiten der Inquisition in Europa. Nein Danke! Da lebe ich lieber in der „Hölle“ eines, wie Sie sagen, gottlosen Staates wie in unserem schönen Land, wo ich glauben darf oder auch nicht, und wo ich durch Urnengänge Einfluß darauf nehmen kann, WER mich in den nächsten Jahren regiert. Ok, ich hör jetzt wirklich auf. Gruß, n. Materna Meine Antwort an Frau MaternaSehr geehrte Frau Materna, vielen Dank für Ihre Epost, die mich sehr interessierte. Sie machen mir als Verantwortlichem für die Seite www.monarchieliga.de“ einige Vorwürfe auf die ich gern eingehen möchte. Zunächst zum Vorwurf der Tendenz. Dies ist eigentlich kein Vorwurf, da es kaum als ehrenrührig gelten kann, eine bestimmte Position zu haben und diese auch klar zu vertreten. Auch Sie würden ihrem Rechtsanwalt kaum den Vorwurf der Tendenz machen, wenn er sie sachgerecht gegen einen unwahren Vorwurf verteidigt. Im Gegenteil, sie könnten von Parteiverrat reden, wenn er das nicht täte und vielleicht die Position des Staatsanwaltes übernähme. Dieses Argument ist nicht weit hergeholt und es gibt leider Gottes sehr viele Anwälte, die nur scheinbar ihre Klienten verteidigen, tatsächlich sie aber „in die Pfanne hauen“. Ich vertrete die Monarchie, mein Mandant ist diese schöne Staatsform, auch in ihren nicht-christlichen Ausprägungen und ich bemühe mich, das, was zu ihrer Verteidigung sachdienlich ist, heranzuführen. Genausowenig überzeugt mich Ihr leider sehr typisch modernes Argument, was Wahrheit ist, könne man nur mutmaßen. In Wahrheit vertreten Sie dieses Argument übrigens gar nicht, denn Sie sind, wie jeder Mensch fest von bestimmten Wahrheiten überzeugt, von denen Sie sich nie und nimmer abbringen ließen. Sie stört einzig, daß es Personen gibt, deren Wahrheit Ihnen im Wege ist, die sie nervös und unzufrieden macht. Das gleiche gilt für Ihre Gerechtigkeitsaussage. Dabei haben Sie völlig richtig erkannt, daß die Frage nach der Wahrheit und die Frage nach der Gerechtigkeit untrennbar zusammengehören. Und da sage ich, da sagen alle Christen, daß die Wahrheit erkennbar ist, weil Gott sie in Jesus Christus erkennbar gemacht hat. Dies ist keine fundamentalistische Aussage, sondern ein Erkenntnisprinzip, und zwar der Anfang von Erkenntnis, nämlich der Glaubensakt. Ohne diesen Akt gibt es allerdings keine Wahrheit und im Kern auch keine Erkenntnis. Die Tatsache, daß den heutigen westlichen Menschen Erkenntnis und Wahrheit verlorengegangen ist und sie sozusagen lebenslang gezwungen sind im Trüben zu fischen, ist mehr als bedauerlich, nimmt es ihnen doch jede Möglichkeit ihre Wahrheit und ihre Gerechtigkeit zu entdecken. Ein trauriges Schicksal! Nicht nur der Katholik ist stets mit Gott im Dialog. Strenggenommen ist das jeder Mensch, denn Gott gibt seinen Teil des Kontakts zum Menschen natürlich nicht auf, selbst wenn der Mensch, wie die Mehrheit unserer Mitbürger, nur noch auf sich schaut und jede Kommunikation aufgegeben hat. Der Dialog mit Gott beschränkt sich also ganz gewiß nicht auf die Katholiken, ja nicht einmal auf die Christen, obwohl ich natürlich davon überzeugt bin, daß man nur in Christus Gott erkennen kann. Doch zeigt die Realität, daß es eine Vielzahl von religiösen Phänomenen gibt, die man nicht nur als falsch abqualifizieren kann. Der ständige interreligiöse Dialog der Kirche, gerade auch des Hl. Vaters Johannes Paul II. zeigt, daß die Kirche das weiß und sich um jeden Menschen bemüht, oft in einer Weise, die fast überzogen erscheint. Ihr Frauenargument ist für mich völlig unverständlich. Die katholische Religion ist ja gerade ein Glauben, dessen weibliche Seiten ganz stark ausgeprägt sind. Dies ganz im Gegensatz zum Protestantismus, der ja alles weibliche aus dem Glauben hinausgeworfen hat. Das Rosenkranzgebet, die Verehrung der Gottesmutter und so vieler weiblicher Heiliger, die Ausprägung von Frauen als Mystikerinnen und Lehrerinnen der Kirche, all dies schafft eine so reiche feminine Welt, das mancherorts der katholische Kult ein weitgehend weiblicher ist. Dies gilt nicht nur für das Glaubensleben, dies gilt selbstverständlich in gleichem Maße auch für die Liebe zum katholischen Staat, zur katholischen Gesellschaft, zur katholischen Kultur. Jede katholische Frau weiß, daß keine andere Lebensform ihr eine höhere Würde, ein reicheres Sein vermitteln kann. Dafür gibt es Millionen lebendige Beweise, gerade in unserem heutigen Deutschland. Wie kommen Sie nun wieder affirmativ zu der Aussage, „von allen möglichen Regierungsformen ist die Demokratie aber das optimale, das erreicht werden kann.“ Jetzt sind Sie es auf einmal, die apodiktische Aussagen macht … Die Mängel der Demokratie können Sie auch durch noch so lange Legislaturperioden nicht beseitigen, das zeigen ja die Länder, in denen solche Perioden bestehen! Glauben Sie mir, der Gang der Demokratien geht dahin, woher sie gekommen sind, nach unten. Und die Demokratie schneidet im Vergleich mit anderen Ordnungs- und Gestaltungsprinzipien sehr, sehr schlecht ab. Das kann man leicht an vergleichenden Soziologien z.B. zum 19. Jh. aufzeigen. Vom 20. Jh. will ich ganz schweigen, da es dort so düster ist, daß man kaum noch etwas erkennen kann. Auch mit der Aussage, „ein Volk will gefragt werden“ haben Sie nicht recht. Solange es einem Volk gut geht, will es erkennbar nicht gefragt werden. In den Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte ist vor dem 19. Jh. niemals erkennbar, daß das Volk „gefragt werden will“. Im Gegenteil, das Volk will stets und überall normal leben, die Früchte seiner Arbeit genießen, es will Gewährleistung von Sicherheit, Recht und Ordnung, alles Dinge, die die Demokratie nicht bieten kann. Und, überall dort, wo die Demokratie abgeschafft wurde, sei es von unten, sei es von oben, machte das Volk nicht die geringsten Anstalten, sie zurückzuwünschen … Und übrigens, warum muß sich die Minderheit der Mehrheit beugen? Das gab’s in der Monarchie nicht, da galt „suum cuique“, zu deutsch „jedem das Seine“. Warum soll eine Minderheit auf ihr Leben und ihre Rechte verzichten, um sich einer Mehrheit zu beugen, die i.A. etwa 25 % beträgt? Das hat mit gutem Regieren, das hat mit Recht und Freiheit nichts zu tun. Von der Geschichte des Zusammenwirkens von Staat und Kirche scheinen sie überhaupt nichts zu wissen, sonst könnten Sie unmöglich auch nur eine Sekunde lang von „Gottesstaat“ reden. Ganz abgesehen davon, daß gegen einen Gottesstaat gar nichts einzuwenden ist, da ja Gott der Quell alles Guten ist. Genau so wenig wissen Sie von der Aufklärung. Die Aufklärung hat sich nämlich keinesfalls gegen eine Staatskirche gewendet, im Gegenteil, Hegel beispielsweise erklärte den Staat als Manifestation des göttlichen Geistes und pries die preußische protestantische Staatskirche, ebenso bzw. ähnlich die meisten Aufklärer deutscher Zunge. Auch das heutige Deutschland, die BRD, beruft sich in ihrer Verfassung und in ihrem bindenden Wertekanon auf die christliche Tradition und Sittenlehre. Daß sie dem nicht gerecht wird, steht auf einem anderen Blatt … Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß die Aufklärer Monarchisten waren und daß sie für den christlichen Staat eintraten. Von Goethe, Schiller und anderen Denkern ganz zu schweigen. Auch ihre weiteren Argumente sind haltlos und zeigen ihre tiefe Unsicherheit und Angst. Eine Staatsreligion, wie ich sie tatsächlich fordere, bedeutet keinesfalls, daß irgend jemandem ein Glaube aufgezwungen wird. Ich verstehe gar nicht, wie Sie auf diesen Blödsinn kommen!! Großbritannien verfügt seit der Reformation bis zum heutigen Tag über die anglikanische Staatsreligion, trotzdem kann dort jeder nach Lust und Laune jeder beliebigen Religion frönen. Das gleiche gilt für jeden anderen vergleichbaren christlichen Staat. In der Sowjetunion galt Religionsfreiheit, DORT wurden die Menschen zu Hunderttausenden abgeschlachtet. Wenn Sie einen objektiven und gerechten Vergleich anstellen zwischen christlichen und religionsfreien Staaten, dann werden Sie sehren, daß die Wage sich tausendfach zur christlichen Seite neigt, ebenso zur Seite der Monarchie, sei sie christlich, mohammedanisch oder buddhistisch, wie z.B. das Königreich Thailand (Siam). Wahrscheinlich wissen Sie gar nicht, daß die riesigen Staatsapparate mit ihren nach hunderttausender zählenden Beamten-, Polizei- und Armeeheeren in den vordemokratischen Staatswesen (Monarchien) überhaupt nicht gab. Alles, was Sie an Angst und Unterdrückung nennen, sind Phänomene der demokratisch-sozialistischen Gegenwart. In den vordemokratischen aristokratisch-monarchischen Staatswesen gab es so gut wie keine Polizeien, so gut wie keine Beamten, so gut wie keinen Staat, wie der, unter dem wir heute seufzen. Dies ist evident. Das Problem ist doch, daß Sie und Millionen Menschen, es sich gar nicht mehr vorstellen könne, wie es ohne den gigantischen, die Freiheit tötenden Staatsapparat ist. Mehr noch, sie haben Angst davor, ohne Staat zu leben, auf sich selbst gestellt zu sein, in Freiheit und Selbstverantwortung. Wo vor haben Sie Angst? Die besten, freiesten und reichsten Staaten der Welt sind Monarchien, meist mit Staatsreligion, oft mit einer Staatskirche (oder de facto Staatskirche). Das kann jedermann leicht sehen und das kann jeder, der bereit ist, auch erleben. Was meinen Sie, wie viele Deutsche jährlich nach Norwegen z.B. auswandern. Sicherlich nicht, weil die Lutherische Kirche in Norwegen sie furchtbar unterrückt … Über das Schmidt-Zitat haben Sie gelacht – das freut mich sehr. Aber sind Sie sich wirklich sicher, daß Sie wissen, was es bedeutet und warum es an dieser Stelle steht? Darüber sollten Sie mal eine Weile nachdenken … Zu den Umfragen: Weder Sie, noch ich wissen, was der einzelne denkt und sich vorstellt, der bei einer Umfrage mitmacht und dort eine Aussage trifft. Im Übrigen treten wir nicht für Absolutismus ein. Woraus haben Sie das geschlossen? Wir treten im Gegenteil für ein möglichst tiefgestaffeltes, auf weitgehender Selbst- und Eigenbestimmung der Bürger beruhendes System, in dem auch der Monarch (König) primus inter pares (Erster unter Gleichen) ist. Von einer Verarschung kann übrigens keine Rede sein, da wir ja in jedem Falle genau die Quelle der Aussage nennen und sich somit jeder, wie Sie, seinen zutreffenden oder auch nicht zutreffenden Reim auf alles machen kann. „Sapere aude“ – „Wage es, selbst zu denken!“ auch dies ein lobenswerter Grundsatz der Aufklärung, zu dem ich Sie nur ermutigen kann und der, das können Sie mir glauben, gerade in der Monarchie eine Grundforderung an den Staatsbürger ist. Zu den 68’er. Da ist mir Ihre Aufregung doch ziemlich unverständlich. Ich habe mich in meiner Buchbesprechung ja eher über die konservativen 68er-Gegner lustig gemacht. Ich gehöre selbst als Jahrgang 1954 zu den 68ern und kenne meine Generation gut genug, um sie kritisieren zu dürfen. Es gab viel negatives in meiner Generation, allen voran die unglaubliche Dummheit und Oberflächlichkeit, mit der man auf Tradition und Geschichte herabsah, die Kaltschnäuzigkeit, das Beiseiteschieben jeder ethischen und geistigen Qualität, das Parasitentum, die unkritische Annahme menschenfeindlicher Ideologien, die Doppelzüngigkeit, mit der man über Leichen schritt. Tief zu beklagen sind viele, die an alldem als Mitläufer keine Schuld trugen und die oft genug die Folgen tragen mußten, bis hin zum Ruin ihrer Persönlichkeit und ihres Lebens. Fette, bösartige Maden wie Schröder, Fischer, Buhlmahn sitzen heute an der Spitze unseres Staates und beuten ihn aus – darüber können Sie unmöglich wirklich entzückt sein. Ich bedaure sehr, daß sie aus der Kirche ausgetreten sind und kann Ihnen nur völlig unabhängig von allen politischen Unterschieden sagen, daß man diesen Schritt leicht wieder rückgängig machen kann. Dazu möchte ich Sie herzlich ermutigen. Glauben, Bindung an Gott ist keine Fessel, er ermöglicht Freiheit, eine Freiheit, die Ihnen in ihrem Leben sehr viel Reichtum vermitteln kann, mehr als Sie jetzt denken. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich zu diesem Schritt durchringen könnten, einem Schritt, der Sie nichts kostet und der Ihnen viel, viel mehr bringen wird, als Sie es sich heute vorstellen können. |