Archiv Johann Sebastian Bach

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Choralbearbeitungen Bachs

nach Hymnen von Sacer, Sachs, Herzog zu Sachsen-Weimar, Schalling, Schechs, Scheffler, Schemelli, Schmidt, Schmolck, Schneegaß, Schröder, Schultt, Schütz, Schwämmlein, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, Schweinitz, Schwerin, Scriver, Selnecker, Senitz, Spengler, Sprett/Speratus, Stegmann, Steuerlein, Stockmann und Stolzhagen.

Gottfried Wilhelm Sacer

Sacer (1635 - 1699) war Jurist in Braunschweig und Wolfenbüttel.

 

 

Gott fähret auf gen Himmel

 

11.12

Wenn soll es doch geschehen. Das Lied Sacers steht heute noch im ELKG unter der Nummer 441.

 

 

Jesu, meines Glaubens Zier

 

472

Jesu, meines Glaubens Zier. Geistliches Lied aus Schemellis Gesangbuch.

Hans Sachs: Warum betrübst du dich, mein Herz

Hans Sachs (1494 - 1576) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter. In den „Meistersingern“ wurde ihm ein Denkmal gesetzt. Ein größeres Denkmal sind allerdings die hier aufgeführten Werke Bachs, namentlich die Choralkantate „Warum betrübst du dich, mein Herz?“

 

47.5

Der zeitlichen Ehr’n

 

138

Warum betrübst du dich, mein Herz? Diese Choralkantate stammt nicht aus dem Choralkantatenjahrgang, sondern ist bereits ein Jahr früher entstanden. Sie ist von so großem auch formalem Reichtum, daß sie alle Kriterien sprengt. Von der selbst für Bach außergewöhnlichen muiskalischen Schönheit kann an dieser Stelle leider nicht gehandelt werden!

 

420

Warum betrübst du dich, mein Herz

 

421

Warum betrübst du dich, mein Herz. Dieser Choralsatz wurde von Schicht als Schlußchoral der Motette „Ich lasse dich nicht“ BWV A. 159 (2159) verwendet.

 

2159

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Dies ist die Motette, die gelegentlich auch Bachs Onkel JOhann Christoph zugeschrieben wird.

Wilhelm Herzog zu Sachsen-Weimar: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’

Wilhelm (1598 - 1662) war Heerführer im Dreißigjährigen Krieg und Regent von Weimar. Sein Lied taucht eigentümlicher Weise nicht im Kantaten- und Oratorienwerk bei Bach auf.

 

332

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’'. Aus den 389 Choralgesängen.

 

632

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’. Orgelbüchlein für W. F. Bach

 

655

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Leipziger Orgelchoräle (18 Choräle). Möglicherweise existiert auch noch eine dritte Fassung (BWV 655b) neben der Weimarer und der Leipziger Fassung. Das Weisenverzeichnis des neuen BWV spricht von BWV 655 a-c.

 

709

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’. Völlige unterschätzte Choralbearbeitung von hoher Schönheit. Sie sollte häufig gespielt und gehört werden.

 

726

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’. Herrlich vollgriffiges Jugendwerk mit genialen Zeilenzwischenspielen.

 

749

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’

Martin Schalling: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

Martin Schalling (1532 - 1608) stammte aus Straßburg im Elsaß, war Schüler Melanchthons und gehörte einer besonders verwirrten Fraktion des Luthertums an. Entsprechend wurde er auch häufig seienr Pfarrstellen enthoben. Dank der Tatsache, das Bach seinen Choral an das Ende der Johannespassion stellte, wird sein Lied die Zeiten überdauern. Es ist übrigens nicht zu erkennen, was ein Lied wie das von Schalling einer lutherischen Reformation verdankt.

 

149.7

Ach Herr, laß dein lieb Engelein

 

174.5

Herzlich lieb hab ich dich

 

245.38

Ach HErr, laß dein lieb Engelein. Abschluß der Johannespassion

 

340

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

 

1115

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

Julia Patientia von Schullt: Wo ist mein Schäflein, das ich liebe

Die früh vollendete Patientia von Schullt (1680 - 1701) war Helferin August Hermann Franckes in Halle.

 

507

Wo ist mein Schäflein, das ich liebe

Jakob Peter Schechs: Ach Gott, erhör' mein Seufzen und Wehklagen

Jakob Peter Schechs (1607 - 1659) stammte aus Poppenreuth. Er war 1637 Diakonus bei St. Lorenz in Nürnberg und 1649 Pfarrer in Wöhrd bei Nürnberg.

 

254

Ach Gott, erhör mein Seufzen und Wehklagen

Johann Scheffler „Angelus Silesius“: O treuer Jesu, der du bist

Angelus Silesius (1624 - 1677) ist einer der bedeutendsten deutschen Dichter aller Zeiten.

 

5073

O treuer Jesu, der du bist (nach der Weise „Was Gott tut, das ist wohlgetan“)

1. O treuer Jesu, der du bist
mein Hirte, Trost und Leben,
mein bester Freud zu jeder Frist,
dem ich mich hab ergeben,
ich bitte dich
ganz inniglich,
laß mich doch nicht verderben,
wenn kommt die Zeit zum Sterben!

2. Steh’ mir am letzten Ende bei
und hilf mir überwinden,
mach mich von meinen Schulden frei
und sprich mich los von Sünden
In aller Not
sei mir dein Tod
und unverschuldtes Leiden
ein Anblick großer Freuden.

Georg Christian Schemelli

 

 

Gott, wie groß ist deine Güte

 

462

Gott, wie groß ist deine Güte

 

 

Ich liebe Jesum alle Stund

 

468

Ich liebe Jesum alle Stund

 

 

Mein Jesu, was für Seelenweh

 

487

Mein Jesu, was für Seelenweh

 

 

O liebe Seele, zieh die Sinnen

 

494

O liebe Seele, zieh die Sinnen

Johann Eusebius Schmidt: Es ist vollbracht! Vergiß ja nicht dies Wort

Johann Eusebius Schmidt (1670 - 1745) stammte aus Hohenfelden (südlich von Erfurt, bei Kranichfeld) und wurde schon früh für den Halleschen Pietismus gewonnen. Er studierte eigentümlicher Weise in Kiel, war dann aber 50 Jahre lang Pfarrer in Siebleben, heute Ortsteil Gothas. In Siebleben besuchte späterhin Goethe einen Bekannten. Dessen Haus wiederum wurde später von Gustav Freytag erworben, der auch in Siebleben bestattet ist.

Schmidt könnte Bach persönlich gekannt haben.

 

458

Es ist vollbracht, vergiß ja nicht dies Wort

Benjamin Schmolck: Schaff’s mit mir Gott nach deiner Güte

Schmolck (1672 - 1737) stammte aus Brauchitschdorf bei Lüben in Niederschlesien. Er hat in 20 Sammlungen etwa 1.200 Lieder veröffentlicht, wohl „aus der eilenden Feder geflossen“, doch von teils höchster Qualität. Schmolck starb in Schweidnitz, er gehört zu den bedeutendsten evangelischen Liederdichtern. Seine Lieder sollten jedenfalls wieder im Gemeindegesagn stärker berücksichtigt werden.

 

514

Schaff’s mit mir Gott nach deiner Güte

Cyriakus Schneegaß

Schneegaß (1546 - 1597) stammte aus Bufleben bei Gotha und wirkte als Pfarrer in Tambach und Friedrichroda, späterhin als Superintendent in Weimar.

 

 

Ach Herr, mich armen Sünder

 

135

Ach Herr, mich armen Sünder

 

742

Ach Herr, mich armen Sünder

 

 

Das neugeborne Kindelein

Dieses herrliche weihnachtliche Neujahrslied ist leider in den Gesangbüchern nicht mehr enthalten. Dehalb hier zunächst der Text des Liedes:

1. Das neugeborne Kindelein,
das herzeliebe Jesulein,
bringt abermal ein neues Jahr,
der auserwählten Christenschar.

2. Des freuen sich die Engelein,
die gerne um und bei uns sein,
sie singen in den Lüften frei,
daß Gott mit uns versöhnet sei.

3. Ist Gott versöhnt und unser Freund,
was kann uns tun der arge Feind?
Trotz Teufel und der Höllenpfort,
das Jesulein ist unser Hort.

4. Es bringt das rechte Jubeljahr,
was trauern wir denn immerdar?
frisch auf, itzt ist es Singenszeit,
das Jesulein wendt alles Leid.

 

122

Das neugeborne Kindelein. Choralkantate

Bzgl. der zweiten Strophe schreibt Hans-Joachim Schulze: „Die arkadische Welt dieser kindlichen Verse in ihrem Urzustand zu belassen, hielt der Verfasser des Kantatentextes offenbar nicht für angebracht.“

Hingewiesen sei hier noch auf das wahrlich arkadische Rezitaitv Satz 3 (Die Engel, welche sich zuvor
vor euch als vor Verfluchten scheuen
). Hier wird zusätzlich zu der freien Rezitativgestaltung der Choral als Blockflötenchor (Flauto dolce 1 - 3) vorgetragen. Dies ist innerhalb des Bachwerkes einzigartig und von unbeschreiblichem Liebreiz.

 

 

In dir ist Freude

 

615

In dir ist Freude.
Einer der besten Choräle im Orgelbüchlein. Die Freude wird bis zur Ausgelassenheit gesteigert, der Baß dreht sich wie im Wirbel um sich selbst. Als einziger Choral des „Orgelbüchleins“ führt dieser den c.f. nicht pasusenlos durch, in überströmender Freude wiederholen die Vorimitationen den Anfang des Liedes.

 

 

Jesu, woll’st uns weisen

 

5082

Jesu, woll’st uns weisen. Dieses Lied wurde auch von Scheidt und Scheidemann als Orgelwerk vertont.

Heinrich Schröder: Eins ist not, ach Herr, dies eine

Johann Heinrich Schröder (1666 - 1699) aus Hallerspringe (heute: Springe) war pietistischer Pfarrer aus dem Umfeld von August Hermann Francke. Ab 1696 übernahm er der leidenschaftliche Prediger des Pietismus das Pfarramt in Meseberg bei Magdeburg. Gemeinsam mit seiner Frau Tranquilla Sophia (geb. Wolf) dichtete er teils als übertrieben chiliastisch kritisierte Choräle.

 

304

Eins ist not. Bachchoral auf eine zum Schemellilied unterschiedliche Weise

 

453

Eins ist not. Schemellilied

Rudolph Friedrich von Schultt: Was bist du doch, o Seele so betrübet

Schullt lebte etwa 1640 - 1710. Er ist der Vater von Juliane Patientia von Schultt (* 24.7.1680 zu Heynitz bei Meissen).
Schultt wurde 1699 nach Darmstadt versetzt.

 

424

Was bist du doch, o Seele so betrübt

 

506

Was bist du doch, o Seele so betrübt

Johann Jakob Schütz: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut

Das Lied „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ ist eines der besten Kirchenlieder überhaupt. Somit ragt auch die gleichnamige Choralkantate steil empor, dies um so höher, als Bach bekanntlich hier sämtliche Strophen des LIedes wortgetreu vertonte. Leider verwendet Bach nicht die bekannte Weise von Johann Crüger (ELKG 233), dies ist um so bedauerlicher, als Bach diese Weise in seinem gesamten Werk nirgends verwendet, - sie war ihm zweifellos gar nicht bekannt. Statt dessen findet die bekannte Weise „Es ist das Heil uns kommen her“ Verwendung.

Es sei noch vermerkt daß Schütz Jurist und Reichsrat war! Die lutherische Gemeinschaft verweigerte ihm wegens einer glaubenstreuen Haltung das kirchliche Begräbnis.

 

117

Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Choralkantate

 

251

Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Klangschöner Trauungschoral

G. C. Schwämmlein: Aus der Tiefe rufe ich

 

745

Aus der Tiefe rufe ich

Ämilie Juliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt

 

 

Gott, mein Herz dir Dank zusendet

 

521

Gott, mein Herz dir Dank zusendet

 

 

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

 

27.1

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende?

 

84.5

Ich leb indes in dir vergnüget

 

166.6

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

David von Schweinitz: Zu dir von Herzensgrunde, ruf ich aus tiefer Not

Die Familie von Schweinitz gehört zum ältesten schlesischen Adel, hier bereits nachweisbar, als die Polen noch in Mittelasien siedelten. David von Schweinitz war Landeshauptmann von Niederschlesien.

 

5071

Zu dir von Herzensgrunde

Otto von Schwerin: Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland

 

365

Jesus, meine Zuversicht

 

728

Jesus, meine Zuversicht

Christian Scriver: Der lieben Sonne Licht und Pracht

Scriver (1629 - 1693) stammte aus Rendsburg und war Pfarrer in Stendal, Magdeburg und Quedlinburg. Er gehört zu den bedeutendsten pietistischen Dichtern.

 

446

Der lieben Sonne Licht und Pracht

Nikolaus Selnecker: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

Der Pegnitzer Selnecker (1530 - 1592) war Hofprediger in Dresden, sodann Professor in Jena und Leipzig, sowie Generalsuperintendent in Wolfenbüttel.

 

6.3

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

 

253

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

 

649

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

 

2004

Wünschet Jerusalem Glück

Elisabeth von Senitz: O du Liebe meiner Liebe

Elisabeth von Senitz (1629 - 1679) war Schlesierin und Mitglied des Pegnitzer Blumenordens. Sie schrieb Kirchenlieder und Gedichte. Früh verwaist, wurde sie herzogliches Hoffräulein zu Brieg und Oels. In Oels traf sie den Hofarzt des Herzogs, Sylvius Nimrod, und den Dichter und Mystiker Johann Scheffler.

Sie schenkte einem Abenteurer mit hohem Namen ihre Liebe; das kirchliche Aufgebot war bereits bestellt, da mußte der Pastor Ananias Weber ihr die schmerzliche Eröffnung machen, daß ihr Bräutigam verheiratet sei.

 

491

O du Liebe meiner Liebe

Lazarus Spengler: Durch Adams Fall ist ganz verderbt

Lazarus Spengler (1479 - 1534) gehörte als Ratsherr in Nürnberg der „Ursulabruderschaft“ und der „Sodalitas Staupitziana“ an und war glühender Lutheraner. Sein Lied illustriert die lutherische Lehre von der Erbsünde in krasser Form und muß sicherlich als heterodox bezeichnet werden. Die Vorstellung, daß die peccata originalis „menschlich Natur und Wesen“ ganz, d.h. vollständig verderbt habe, ist weder biblisch noch steht sie in Einklang mit der kirchlichen Lehre. Insofern ist dieses Lied und seine Verwendung im geistlichen Werk Bachs mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Neuere evangelische Gesangbücher verzichten sinvoller Weise auf den Gesang. Ein recht düsteres Licht auf den Charakter Spenglers wirft die Tatsache, daß er, 1520 als Lutheraner gebannt, sich heuchlerisch mit der Kirche versöhnte, um vom Banne befreit zu werden.

 

18.5

Ich bitt, o HErr, aus Herzens Grund (6. Strophe des Liedes von Spengler)

 

109.6

Wer hofft in Gott und dem vertraut (5. Strophe des Liedes von Spengler)

 

637

Durch Adams Fall ist ganz verderbt

 

705

Durch Adams Fall ist ganz verderbt. Fuga

 

1101

Durch Adams Fall ist ganz verderbt

 

5010

Gelobet sei der Herr, der Gott Israel

Paul Sprett/Speratus: Es ist das Heil uns kommen her

Speratus (1484 - 1551) gehörte zu der ersten Generation lutherischer Dichter, er darf sicherlich als fanatischer Lutheraner bezeichnet werden. Ähnlich Luther brach er sein Priestergelübde und heiratete, trotz Ehe zog er für das Luthertum missionierend durch die Gegend um schließlich in Ostpreußen zu landen. Hier wurde er zum lutherischer Bischof von Pomesanien geweiht. Obwohl dieses Bischofsamt sicherlich als apostolisch zu bezeihnend ist, erlosch das Bischofsamt im Luthertum vollständig.

 

9

Es ist das Heil uns kommen her

 

86.6

Die Hoffnung wart der rechten Zeit

 

155.5

Ob sich’s anließ, als wollt er nicht

 

186.6

Ob sich’s anließ, als wollt er nicht

 

186.11

Die Hoffnung wart’ der rechten Zeit

 

638

Es ist das Heil uns kommen her

Josua Stegmann: Die Sonn’ hat sich mit ihrem Glanz gewendet

Stegmann (1588 - 1632) stammte aus Sülzfeld, südwestlich Meiningens, im späteren Zonengrenzgebiet. Sein Wirkungsfeld war dann das Fürstentum Schaumburg, dem er als lutherischer Pfarrer, Superintendent und Theologieprofessor lebenslang diente. Von Stadthagen siedelte er nach Rinteln um, als die Universität von Schaumburg dorthin verlegt wurde. Hier war er Lehrer von Johann Rist, auf den er einen stark spürbaren Einfluß ausübte. Beim Ableben Stegmanns mit erst 45 Jahren dichtete Rist:

Ihr Wälder, die ihr habt die schöne Stadt umgeben,
da mein Stegmann liegt,
der mir’s Herze bricht,
ach lasset ihn doch ewig in euch leben!
Ihr Berge voller Wild, ihr leichten Vögelein,
die iher singet,
hüpfet, springet,
ach lasset euch sein Lob befohlen sein!

Leider ist Stegmann in Bachs Schaffen nur durch einen zudem äußerst selten erklingenden, jedoch schönen abendlichen Choral vertreten. Das bekannteste Lied Stegmanns „Ach bleib' mit deiner Gnade“ ist bei Bach nicht vertreten.

Als 1623 Rinteln von den Truppen Christians von Braunschweig geplündert wurde, flohen die meisten Professoren und Studenten, so auch St. In dieser Zeit dichtete er Trostlieder. Er kehrte aber bald zurück und wurde 1625 als Ephorus über die Geistlichen der Grafschaft gesetzt. Durch das Restitutionsedikt (1629) wurde der Universität die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Benediktinermönche versuchten, den Lehrbetrieb zu hindern, den die Professoren sich bemühten aufrechtzuerhalten. Am 13. Juli 1632 zwangen sie St. zu einer Scheindisputation. Die dabei erlittenen Kränkungen hat er nur kurze Zeit überlebt. Er wurde in der Marktkirche in Rinteln beigesetzt. - Stegmanns Werk ist bestimmt durch die Auseinandersetzung mit den Sozinianern, aber auch den Photinianern und Calvinisten. Bedeutung erlangte er als Herausgeber und Bearbeiter von Kirchenliedern. Da er die Verfasser nicht namentlich nannte, sind seine eigenen Dichtungen schwer zu bestimmen. „Ach bleib mit deiner Gnade“ wird Stegmann zugeschrieben.

 

297

Die Sonn’ hat sich mit ihrem Glanz gewendet

Johann Steurlein: Das alte Jahr vergangen ist

Der Thüringer Steurlein (1547 - 1613) war geachteter Bürger von Meinigen. Er dichtete geistliche Gesänge, die er auch in Noten setzte. Die dritte Strophe von „Das alte Jahr vergangen ist“

 

288

Das alte Jahr vergangen ist

 

289

Das alte Jahr vergangen ist

 

614

Das alte Jahr vergangen ist

 

1091

Das alte Jahr vergangen ist

Paul Stockmann: Jesu Leiden, Pein und Tod

Stockmann (1602 - 1636) war Pfarrer und Senior des Amtes Lützen. Die Schlacht bei Lützen im Jahre 1632 erlebte er aus nächster Nähe mit.

 

159.5

Jesu, deine Passion

 

182.7

Jesu, deine Passion

 

245.14

Petrus, der nicht denkt zurück

 

245.28

Er nahm alles wohl in Acht

 

245.30

Mein teurer Heiland / Jesu, der du warest tot

 

245.55

Himmel reiße, Welt erbebe / Jesu, deine Passion

 

247.21

Jesu, ohne Missetat im Garten vorhanden

Kaspar Stolzhagen: Heut triumphieret Gottes Sohn

Obwohl Stolzhagen (1550 - 1594) aus unserem heimatlichen Bernau im Barnim stammte, müssen wir zugeben, daß er wohl nur Herausgeber, nicht aber Verfasser dieses Liedes war. Nach Wirken in Stendal wandte sich Stolzhagen nach Iglau in Mähren, wo er recht jung verstarb. Iglau liegt wie Trebitsch an der Iglawa.

 

342

Heut triumphieret Gottes Sohn. Schlußchoral der verschollenen Kantate „Ich bin ein Pilgrim auf der Welt“.

 

630

Heut triumphieret Gottes Sohn. Orgelbüchlein

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