Archiv Johann Sebastian Bach

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   Inhaltsverzeichnis Bach |     Geistliche Texte

Choralbearbeitungen Bachs

nach Hymnen von Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, Joachim Neander, Kaspar Neumann, Georg Neumark, Erdmann Neumeister, Philipp Nicolai, Georg Niege, Johann Gottfried Olearius, Magnus Daniel Omeis, Martin Opitz, Georg Michael Pfefferkorn, August Pfeiffer und Christian Heinrich Postel.

Kaspar Friedrich Nachtenhöfer: So gehst du nun, mein Jesu, hin

Nachtenhöfer (1624 - 1685) wirkte als Pfarrer in Coburg. Von ihm stammt auch das leider selten gesungene, sehr schöne Weihnachtslied „Dies ist die Nacht, da mir erschienen“. Dieses Lied hat erst im 20. Jh. eine eigene Melodie von Th. Werner erhalten (siehe EKG).

 

500

So gehst du nun, mein Jesu, hin. Den Hingang Jesu in den Tod charakterisiert Bach sehr schön als Katabasis.

Joachim Neander: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren

Der Bremer Neander wurde nur 30 Jahre alt. In seinen Liedern wird er allerdings das Ende des Säkulums erleben. Bereits sein Großvater hatte den Familiennamen Neumann in Neander umgewandelt.

 

120a.10

Lobe den Herren, der deinen Stand

 

137

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Die wohl konzentrierteste Choralkanate Bachs, somit dem Magnificat nahestehend!

Kaspar Neumann

Neumann (1648 - 1715), Verfasser eines schlesischen Gesangbuchs, war zwischenzeitlich eigentümlicher Weise auch jahrelang in Thüringen tätig. Das ELKG bringt lobenswerter Weise sein Erntelied „O Gott, von dem wir alles haben“.

 

 

Auf mein Herz, des Herren Tag

 

145a

Auf, mein Herz, des Herren Tag. Dies ist der schlichte Choralsatz, den ein unbekannter Redakteur gemeinsam mit dem Telemann-Satz „So du mit deinem Munde bekennest“ der Bachischen Osterkantate 145 voranstellte. Es ist nicht vollständig auszuschließen, daß Bach selbst diese Redaktion vornahm.

 

 

Liebster Gott, wann wird ich sterben

 

8

Liebster Gott, wann werd ich sterben. Choralkantate

 

483

Liebster Gott, wann wird ich sterben. Schemelli-Lied

Georg Neumark: Wer nur den lieben Gott läßt walten

Dieses Lied hat Bach so auffallend oft bearbeitet, daß man es wohl mit Recht als Bachs Lieblingslied bezeichnen darf. Allerdings ist es auch ein „Allzwecklied“, dessen Strophen so gut wie überall hin passen.

 

21.9

Sei nun wieder zufrieden / Was helfen uns die schweren Sorgen

 

88.7

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen

 

93

Wer nur den lieben Gott läßt walten. Die vielleicht „klassischste“ Choralkantate.

 

197.10

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen

 

434

Wer nur den lieben Gott läßt walten. Diese kleine Choralbearbeitung ist von auffallender harmonischer und kompositorischer Dichte und somit zu Recht beliebt. Es wäre interessant, mehr über diese kleine Komposition zu erfahren.

 

642

Wer nur den lieben Gott läßt walten. Aus dem Orgelbüchlein.

 

647

Wer nur den lieben Gott läßt walten. Aus den Schübler-Chorälen, enstpricht dem Satz 4 der Kantate 93.

 

690

Wer nur den lieben Gott läßt walten

 

691

Wer nur den lieben Gott läßt walten

 

5001

Der Segen des Herrn machet reich ohne Mühe. Diese Kantate aus dem dritten Jahrgang ist leider nur im Textdruck enthalten.

Erdmann Neumeister

Neumeister (1671 - 1756) hat etliche Kantatentexte für Bach angefertigt, er gilt zu Recht auch als Schöpfer der hochbarocken Kantatenform mit i.A. frei gedichteten Rezitativen, wie Bach sie bevorzugte. Er war wie Nietzsche, Klopstock und Ranke Schüler von „Schul“-Pforta, wirkte als Pfarrer und Superintendent in Weißenfels und Umgebung, in Sorau, wo er mit Georg Philipp Telemann zusammenarbeitete und dann vor allem als Hauptpfarrer und Superintendent in Hamburg. Den Pietistismus und die Berliner Unionspläne bekämpfte er, diese zu Recht, jenen zu Unrecht, da der Pietismus aus kirchlicher Sicht zumindest ebenso berechtigt ist, wie die lutherische Orthodoxie. In der geistlichen Auseinandersetzung zwischen Orthodoxie und Pietismus zeigte sich der Pferdefuß der lutherischen Lehre, deren „Orthodoxie“ nicht wirklich „orthodox“ war und deshalb stets Absetz- und Gegenbewegungen erzeugte.

Neumann dichtete viele hundert Lieder und viele hundert Kantatentexte, die nicht nur Bach, sondern vor allem Telemann vertonte, auch viele andere erstklassige Komponisten im ganzen protestantischen Deutschland. Seine Liedstrophen kommen bei Bach nicht vor, weil Neumann in seinen Libretti so gut wie nie eigene Verse verwendete. So steht an dieser Stelle nur das schöne Schemelli-Lied, das allerdings von der tiefen Seelenverwandschaft Bachs und Neumeisters zeugt.

Neumeister hatte in Hamburg für den Wechsel Bachs von Köthen nach Hamburg geworben, der bekanntlich daran scheiterte, daß Bach nicht bereit war, die beträchtliche Kaution für die Stelle an der Jacobikirche zu hinterlegen. Neumeister damals: „Wen selbst einer von den bethlemehitischen Engeln vom Himmel käme, der göttlich spielte und wollte Organist an St. Jakob werden, hätte aber kein Geld, so möchte er nur wieder davonfliegen.“

 

 

Ach daß nicht die letzte Stunde

 

439

Ach daß nicht die letzte Stunde. Schemelli-Lied

Philipp Nicolai

Nächst Paul Gerhardt und Martin Luther ist Philipp Nicolai der wichtigste Hymnendichter, den Bach vertonte. Zwar sind es nur zwei Lieder, die ihren Weg in den Gottesdienst und das Werk Bachs fanden, doch diese beiden Lieder zählen zum Spitzenrepertoire geistlicher Dichtung, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Ihre Weisen werden das „Königspaar“ der Choralweisen genannt. Nicolai (1556 - 1608), eigentlich „Rafflenbeul“, stammte aus Arolsen im Ftm. Waldeck und war nach geistlichen Ämtern in Herdecke, Köln und Unna an der Hamburger Katharinenkirche beschäftigt.

Nicolai gilt als lutherischer Vorkämpfer. Aus seinen Liedern ist das nicht zu erkennen. Sie atmen keinesfalls den zu seiner Zeit bereits erstarrenden Geist lutherischer Orthodoxie. Ihr Wesen ist noch am stärksten beeinflußt von den Predigten des hl. Bernhards, doch auch von anderen hochmittelalterlichen Theologen. Man fragt sich natürlich, was diese ganze lutherische Reformation eigentlich sollte, wenn bereits 50 Jahre nach ihrem Höhepunkt, die tatsächliche Frömmigkeitsbewegung wieder organisch an die vorreformatorische Entwicklung anknüpft.

Dies betrifft nicht nur Philipp Nicolai, dies betrifft auch das ganze 17. Jh., das gerade in seinen besten [lutherischen] Vertretern die mittelalterliche Theologie wiederbelebt. Es sei nur an Heinrich Schütz und seinen „Jubel St. Bernhards“ oder an Paul Gerhardts herausragende Übertragungen der Meditationen Arnulfs von Löwen „Rhythmica oratio ad unum quodlibet membrorum Christi patientis et a cruce pendentis“ erinnert. Bis heute konnte das Luthertum nicht nachweisen, worin denn nun eigentlich die Fehlentwicklung mittelalterlicher Frömmigkeit und Theologie bestand, die mit so drakonischen und gravierenden Akten wie der Beseitigung der kirchlichen Hierarchie ausgemerzt werden mußte.

 

 

Wachet auf, ruft uns die Stimme

Die Anfangsbuchstaben des Liedes bilden ein Akrostichon in umgekehrter Form:

1. Wachet auf, ruft uns die Stimme
2. Zion hört die Wächter singen
3. Gloria sei dir gesungen

Graf
zu
Waldeck

Nicolais Dichtung wurde im Laufe der Zeit geglättet. Hier die Schleifungen von EKG und EG im Verhältnis zu Bach:

Bach

EKG 1950

mit ... englischen Zungen
mit Zimbeln schon
Pforten / Konsorten
des sind wir froh: I-O, I-O
ewig in dulci jubilo!

mit Engelszungen
mit Zimbeln schön
Tore / steh'n im Chore
des jauchzen wir und singen Dir
das Halleluja für und für.

 

140

Wachet auf, ruft uns die Stimme. Choralkantate. Eine der vollendetsten Choralkantaten, die zu Recht zu den beliebtesten Kantaten Bachs gehört.

 

645

Wachet auf, ruft uns die Stimme. Satz 4 der vorstehenden Kanate, von Bach für Orgel bearbeitet.

   

Johann Christoph Friedrich Bach: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ An dieser Stelle sei ausnahmsweise auf ein Werk von Bachs jüngstem Sohn, Johann Christoph Friedrich Bach, hingewiesen. Er verwendete den Schlußchoral seines Vaters in seiner genialen Motette, die als spätestes Spitzenwerk ihrer Gattung doch allzu stark im Schatten der Bachmotetten versteckt steht.

 

 

   Wie schön leuchtet der Morgenstern

Dieses Lied lehnt sich an den 45. Psalm an, der bekanntlich ein Lied der bräutlichen Liebe zwischen Christus und der Kirche ist. Von hier aus wird der Bogen ins Buch der Offenbarung gespannt, wo es heißt: „Ich, Jesus, bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“

Wie vorstehendes Lied baut auch dieses Lied auf einem Akrostichon des Namens des Prinzen von Waldeck auf, den Nicolai erzogen hatte.

1. Wie schön leutet der Morgenstern
2. Ei meine Perl, du werte Kron'
3. Geuß' sehr tief in das
4. Von Gott kömmt mir ein Freudenschein
5. Herr Gott, Vater, mein starker Held
6. Zwingt die Saiten in Cythara
7. Wie bin ich doch so herzlich froh

Wilhelm
Ernst
Graf
und
Herr
zu
Waldeck

Auch hier einige Beispiele der Textveränderungen in den Gesangbüchern

Sächsisches Gesangbuch 1750

EKG 1950

Lilium
du heller Jaspis und Rubin
ein lebendige Riebe

Nach dir ist mir gratiosa,
coeli rosa, krank und glimmet,
mein Herz durch Liebe verwundet.

Himmelsblum
du leuchtend Kleinod, edler Stein
ein Zweig an deinem Stamme

Nach dir wallt mir mein Gemüte,
ew'ge Güte, bis es findet
dich, des Liebe mich entzündet.

 

1

Wie schön leuchtet der Morgenstern. Choralkantate

 

36.4

Zwingt die Saiten in Cythara. Der klangschönste, klassische Choralsatz zur Weise.

 

37.3

Herr Gott Vater, mein starker Held. Dürr: „In diesem geringstimmigen Choralkonzert greift Bach eine ältere Form auf, wie sei schon J. H. Schein in seinen ‚opella nova’ gepflegt hat. Modern ist allerdings die größere Beweglichkeit des Bachschen Satzes, zumal die lebhafte und motivisch gebundene Führung des Continuo, der alleinigen Instrumentalbegleitung der beiden Singstimmen. Die Choralmelodie erfährt je nach ihrem Textgehalt ausdrucksvolle Umgestaltungen besonders auf die Worte ‚dort oben’ und ‚loben’.“

 

49.6

Dich hab ich je und je geliebet / Wie bin ich doch so herzlich froh. Wiederum Dürr:„Das Duett gehört zu den kunstreichsten Kantatensätzen, die wir aus Bachs Feder kennen. Formal galt es, den Choral so in den Satz einzubauen, daß trotz Fehlen eines Chores der Eindruck des Abschlusses aufkommt. [Satz 6 beschließt die Kantate 49.] Gleichzeitig war ein Gegenstück zu der konzertanten Virtuosität der Eingangssätze zu schaffen, das eine ausgewogene Großform entstehen ließ.
Bach hat beide Aufgaben genial gelöst. Der Choral erklingt in langen Notenwerten im Sopran, wodurch der Symbolcharakter [der Dialog-Kantate] - die Braut als Einzelseele steht zugleich auch für die von Christus gegründete Kirche, die Gemeinde der zu Gott Auserlesenen - endgültig offenbar wird. ...
Die simultane Doppeltextigkeit der Sopran- und Baßpartie krönt den Dialogcharakter, was besonders im Abgesang beim Zusammenklang der Worte „Ich komme bald, mach auf, mein Aufenthalt!“ (Baß) und „Amen, komm du schöne Freudenkrone!“ offenbar wird.“

 

61.6

Amen, amen, komm, du schöne Freudenkrone. Hier lediglich die zweite Hälfte der Choralstrophe - gemäß der Vorlage von Neumann!!

 

172.6

Von Gott kömmt mir ein Freudenschein. Schlußchoral der Kantate

 

436

Wie schön leuchtet der Morgenstern. Choralsatz

 

739

Wie schön leuchtet der Morgenstern. Choralphantasie. Keller: „Wenn sie von Bach ist, dann aus seiner Arnstädter Zeit, da ihre Sprache ganz die einer norddeutschen Choralphantasie ist.“

 

763

Wie schön leuchtet der Morgenstern. Die Quellenlage der Werke BWV 739, 763 und 764 ist unübersichtlich, kann daher hier nicht behandelt werden. 763 dürfte wohl schwerlich von Bach stammen.

 

764

Wie schön leuchtet der Morgenstern. Fragment, z.B. von Stockmeier ergänzt.

Georg Niege: Aus meines Herzens Grunde

Niege (1525 - 1590) stammte aus Allendorf (Werra, am Meißner), heute Ortsteil von Bad Soden-Allendorf. Er diente zunächst als Soldat in den Heeren evangelischer Fürsten, um sodann eine Verwaltungskarriere einzuschlagen.

 

269

Aus meines Herzens Grunde. Das schöne Morgenlied Nieges in einem frischen, klangschönen Satz.

Johann Gottfried Olearius

Olearius (1611 - 1684) war Hallenser, wirkte in Weißenfels und war Glied einer großen Theologenfamilie. Die Karriere als Superintendent und Oberhofprediger wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Er wurde gelegentlich der „Gellert der Gerhardzeit“ genannt.

 

 

Dich bet' ich an, mein höchster Gott

 

449

Dich bet ich an, mein höchster Gott Schemelli-Lied, das auch in vierstimmiger Aussetzung existiert.

 

 

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben

 

129

Gelobet sei der Herr, mein Gott. Diese Choralkantate gehört zu den schönsten Verherrlichungen der ss. Trinität.

 

 

Tröstet, tröstet meine Lieben

 

30.6

Eine Stimme läßt sich hören. Die dritte Strophe des Liedes zum Johannistag als Mittelpunkt der Kantate „Freue dich, erlöste Schar“.

Magnus Daniel Omeis: Es ist nun aus mit meinem Leben

Omeis (1646 - 1708) war Professor für Rhetorik, Poesie und Moral an der Universität Altdorf, der Nürnberger Landesuniversität.

 

457

Es ist nun aus mit meinem Leben. Schemellilied

Martin Opitz

Opitz (1597 - 1639) war der Begründer der Schlesischen Dichterschule. Interessant mach ihn im Zusammenhang mit dem Werk Bachs einerseits die Tatsache, daß er der Sekretär des Grafen Karl Hannibal von Dohna, des Führers der schlesischen Gegenreformation war, andererseits, daß ihn Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen 1629 in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen hat. Opitz steht also ebenso wie Bach in enger Verbindung mit der anhaltinischen Residenz Köthen.

An den geistlichen Dichtungen von Opitz ist wenig „protestantisches“ oder gar „lutherisches“ zu entdecken. Es dürfte wohl Opitz nichts ausgemacht haben, sich der Rekatholisierung Schlesiens zu widmen. Leider wurde dieses Werk durch die preußischen Gewaltakte des 18. Jh. teilweise wieder zunichte gemacht. Wahrscheinlich liegt es an der teils indifferenten, teil oberflächlichen Haltung des Dichters, daß Opitz nicht im Kantaten- und Oratorienwerk Bachs auftaucht. Die Frage, wieso zwei Choräle und zwei Schemellilieder auf seine Texte komponiert wurden, ist bisher nicht geklärt worden.

 

 

Auf auf, die rechte Zeit ist hier

 

440

Auf, auf! Die rechte Zeit ist hier. Schemellilied

 

 

Auf auf, mein Herz, und du mein ganzer Sinn

 

268

Auf, auf, mein Herz und du mein ganzer Sinn

 

 

Herr, nicht schicke deine Rache

 

463

Herr, nicht schicke deine Rache. Schemellilied

 

 

Laß, o Herr, dein Ohr sich neigen

 

372

Laß, o HErr, dein Ohr sich neigen

Georg Michael Pfefferkorn: Was frag ich nach der Welt?

Pfefferkorn (1645 - 1732) war Thüringer, Pfarrer, Superintendent und Fürstenerzieher. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Bach ihn persönlich gekannt hat.

 

64.4

Was frag’ ich nach der Welt. Choral im Zentrum der Kantate „Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget“.

 

94

Was frag’ ich nach der Welt Geniale Kantate der Weltverneinung! Hans-Joachim Schulze: „Die beschriebene „uneigentliche“ Bedeutung der Musik wechselt nach wenigen Takten in die „eigentliche“ über. Ähnlich janusköpfige sind auch andere Sätze der Kantate gestaltet ... “ Ein musikalischer und intellektueller Hochgenuß!!

August Pfeiffer: So gibst du nun, mein Jesu, gute Nacht

Pfeiffer (1640 - 1698) stammte aus Lauenburg, wo er an der sächsisch-brandenburgischen Grenze als Sohn eines Zollbeamten aufwuchs. Er hatte eine interessante theologische Karriere, die ihn über Kur-Sachsen (u.a. Thomaskirche in Leipzig) und Schlesien nach Lübeck führte. Im Werke Bachs ist er durch den schönen Passionsgesang verteten, außerdem besaß Bach etliche theologische Bücher aus seiner Feder, die Bach als Kenner und Vertreter orthodoxen theologischen Denkens ausweisen.

 

412

So gibst du nun, mein Jesu, gute Nacht. Vierstimmige Aussetzung des Schemelli-Liedes.

 

501

So gibst du nun, mein Jesu, gute Nacht. Schemelli-Lied

Christian Heinrich Postel: Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn

Postel (1658 - 1705), aus dem Flecken Freiburg/Elbe stammend, war Jurist, epischer Dichter und Opernlibrettist. Seine Libretti wurden von vielen Komponisten, z. B. Johann Georg Conradi, Johann Philipp Förtsch, Reinhard Keiser, Johann Siegmund Kusser und Georg Philipp Telemann geschätzt.

 

245.22

Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn. Dieser durchaus im Zenturm der Bachschen Johannespassion stehende Gesang ist kein eigentlicher „Choral“, sondern ein Arientext aus einer Johannespassion von Postel auf die Weise „Mach's mit mir Got,, nach deiner Güt“.

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